24. August 2013

Elysium

© Tri Star
Regie: Neill Blomkamp
Land / Jahr:  USA 2013






 





Im Jahr 2154 leben die Reichen auf "Elysium", einer topmodernen Weltraumstation. Auf der Erde geht es den Menschen allerdings sehr dreckig. Max (Matt Damon) fristet dort ein ärmliches Dasein in einem Ghetto. Als er aufgrund einer Strahlendosis nur noch wenige Tage zu leben hat, entscheidet er sich mit aller Gewalt nach Elysium zu reisen.
Nach dem Überraschungs-Erfolg mit dem Science-Fiction-Streifen "District 9" darf Regisseur Neill Blomkamp mal das Vierfache des Budgets von seinem Erstling auf den Kopp hauen und das hat er sich echt verdient. "Elysium" ist verdammt ambitioniert und hat immer wieder gelungene Wendungen, sodass keine Langeweile aufkommt.
Blomkamps Regie ist so straff, dass man am Ende das Gefühl hat, einen recht kurzen Film gesehen zu haben - dabei kommt "Elysium" auf 109 Minuten Spielzeit. Der Schnitt wirkt manchmal etwas ruppig und vermittelt den Eindruck, das man Kompromisse in Hinblick auf die Länge des Filmes eingehen musste. Sprich: Das Blomkamp ihn eigentlich lieber etwas länger gehabt hätte.
Die Optik erfüllt die Erwartungen eines hochwertigen und hochbudgetierten Science-Fiction-Films: Die südafrikanischen Sets passend ausgezeichnet zu den aufwändig programmierten CGI. Gerade in diesem Bereich ist man ja hohe Qualität aus den Staaten gewohnt. Doch es gibt auch Probleme in Bereichen, die man ebenfalls öfter in US-Filmen nicht hinbekommt: Es gibt einige Szenen, in denen (vor allem) die inhaltliche Logik extrem strapaziert wird. Das Drehbuch hätte doch vielleicht ein bisschen mehr Zeit gebraucht.
Unterm Strich ist "Elysium" ein cleverer Sci-Fi-Film, der extrem abitioniert angelegt ist. Das Drehbuch kann aber nicht mit den Visionen des Filmemachers Blomkamp mithalten, die wohl mindestens ein Level über dem Hollywood-Niveau liegen. Die Idee der fliegenden Insel kommt übrigens von dem Romancier Jonathan Swift aus dessen Klassiker "Gullivers Reisen" aus dem Jahr 1726. Auch im Film gab es schon einmal genau dieses Konzept der fliegenden Bonzen-Insel: Der Anime "Battle Angel Alita" bringt die Geschichte auf knappen 60 Minuten sehr gut unter - und wartet darauf, mit einem Monster-Budget von 200 Millionen Dollar ein Hollywood-Remake zu bekommen.

 Fazit: 70 %

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