29. August 2013

Feuchtgebiete

© Majestic
Regie: David Wnendt
Land / Jahr: Deutschland 2013












Die experimentierfreudige Helen (Carla Juri) möchte ihre getrennt lebenden Eltern mit aller Macht wieder zusammenbringen. Dazu ist ihr jedes Mittel recht und so landet sie im Krankenhaus, wo neben ihren sexuellen Interessen noch die Liebe ins Spiel kommt...
Feuchtgebiete lebt vor allem von seiner fantastischen Hauptdarstellerin. Carla Juri spielt ihre Rolle dermaßen überzeugend, dass sie beim Zuschauer trotz aller Eskapaden auch richtig viele Sympathiepunkte sammeln kann. Sie handelt nicht manipulativ, sondern schlicht und ergreifend extrem naiv. Das macht Helen sehr liebenswert. Die eigentlich recht gewöhnliche Handlung ist filmisch ansprechend inszeniert, Regisseur David Wnendt hat sich einiges einfallen lassen. Er hat schon mit "Kriegerin" bewiesen, dass er auch schwierige Themen glaubwürdig und stilvoll umsetzen kann. Vor allem der Schnitt suggeriert oftmals mehr Sexualität, als die Bilder hergeben. Einige "Experimente" Helens sind allerdings so krass, auch von dem Gezeigten, dass der Film eigentlich eine Freigabe ab 18 Jahren hätte erhalten MÜSSEN. Selbst ein Film wie "Ken Park" kann da nicht ganz mithalten. Hier hätte man ein ganz kleines Bisschen weniger zeigen können, das wäre genug gewesen. Auch kommt an den besagten "krassen" Stellen im Film hin und wieder das Gefühl auf, dass es der Autorin nur darum ging besonders extreme Momente zu beschreiben. Sie wirken manchmal dann doch übertrieben und verlieren sich in Unglaubwürdigkeit. Unter dem Strich aber ein sehr interessanter und ebenso unterhaltsamer Film mit vielen tollen Ideen und einer absolut überzeugenden Protagonistin.

Fazit: 75 %

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