13. Januar 2014

Carrie

© Sony


Regie: Kimberly Peirce
Land / Jahr: USA 2013












Beim Duschen nach dem Sportunterricht bekommt Carrie (Chloe Grace-Moretz) ihre erste Periode und ist davon derart entsetzt, dass sie denkt sie stirbt. Sie schreit und weint, doch ihre Mitschüler hänseln das schüchterne Mädchen. Carries Mutter (Julianne Moore) hat ihre Tochter wegen ihres religiösen Wahns nicht aufgeklärt und versucht alles, um die junge Frau vor Männern zu verstecken. Doch mit ihrer Monatsblutung bekommt Carrie auch telekinetische Kräfte, die sie gegen ihre sie hänselnden Mitschüler einsetzt.

Fragliche Existenzberechtigung
"Carrie" ist ein Remake des gleichnamigen Horrorfilms von Brain De Palma aus dem Jahre 1976. Ursprung für die Filmversionen ist aber der allererste Roman Stephen Kings, der dem Meister des Horrors zum Durchbruch verhalf. Da De Palmas Version allerdings einer der besten Horrorfilme aller Zeiten ist, bleibt fraglich, warum überhaupt ein Remake des Klassikers vonnöten ist.
Dennoch muss zugegeben werden, dass das Remake ordentlicher geraten ist, als zu erwarten war. Lediglich zwei richtig schlechte Szenen gibt es zu bestaunen: 1. Das Intro. Bei De Palma fährt eine Kamera in Zeitlupe durch eine Mädchenumkleidekabine, unterlegt mit mystischer Musik. Wunderbar geheimnisvoll und atmosphärisch inszeniert.
Im Remake wird die Geburt der kleinen Carrie gezeigt. Diese ist so geschmacklos geraten, dass der Film das meiste Potenzial direkt in den ersten vier Minuten verschenkt. 2. Fast genauso schlecht ist die allerletzte Einstellung des Remakes, die Lichtjahre hinter der des Originals zurückliegt. Somit beginnt die Neuverfilmung kläglich und endet mit einer fast ebenso misslungenen Szene.

Das Märchen ist vorbei
Der Film hat zwar in keiner Szene die märchenhafte Atmosphäre des Originals, aber die Geschichte ist dennoch unterhaltsam, da sich die mutige Regisseurin ein paar kleine Änderungen ausgedacht hat. Vor allem Julianne Moore kann in ihrer Rolle als fanatische Mutter mit dem Original mithalten und hat ein paar gute Szenen. Weniger gut ist hingegen Chloe Grace-Moretz. Dass liegt nicht an ihrer schauspielerischen Qualität, sondern eher daran, dass sie vom Typ fehlbesetzt ist. Sissy Spacek war die magere, rothaarige und mit Sommersprossen verzierte Unschuld in Person, Grace-Moretz ist eindeutig mehr Arschtreterin als Unschuldslamm.
Die neue Version des Horrorklassikers "Carrie" ist zwar besser als erwartet geworden, doch überflüssig ist das Remake allemal, da es meilenweit hinter DePalmas Version liegt. Netter Teeniehorror, der schnell in Vergessenheit geraten wird. Lieber noch einmal das Original gucken als das lauwarme Remake

Fazit: 50 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen