2. Januar 2014

Detachment

© Alive


Regie: Tony Kaye
Land / Jahr: USA 2011












Henry Barthes (Adrien Brody) ist Aushilfslehrer und wird von einer Schule zur anderen gereicht. Sein Leben ist von Problemen geprägt. Als hätte er nicht schon genügend Strapazen in der Schule, nistet sich auch noch die minderjährige Prostituierte Erica (Sami Gayle) in seiner kleinen Wohnung ein.
Adrien Brody hat seinen Oscar für "Der Pianist" zwar absolut verdient, doch danach bekam er trotzdem kaum große Rollen und lieferte teilweise richtig schlechte C-Movies wie "Giallo" ab. Hier hat Mister Brody aber mal richtig Glück gehabt, denn das ultra-depresive und fast hoffnungslose Lehrerdrama ist nicht so plakativ wie "Dangerous Minds", sondern geht richtig an die Nieren. Regisseur ist dabei Tony Kaye, der ebenfalls nur einen einzigen richtigen Knüller drehte: "American History X". Doch das fantastische Skindhead-Drama wirkt in Punkto Atmosphäre gegen "Detachment" fast wie ein Kinderfilm. Da gibt es den Großvater, der sich an Henrys Mutter vergriff, die Prostituierte, die auf dem Babystrich ein bisschen Geld für Drogen verdient und viele weitere gescheiterte Existenzen.
Erstaunlicherweise wirkt das Ganze aber extrm glaubwürdig und in der Realität verwurzelt und gerade daraus schöpft der Film seine Kraft. Das extrem starke Drehbuch wird auch der Grund für die zahlreichen hochkarätig besetzten Nebenrollen gewesen sein. Oscarpreisträgerin Marcia Gay Harden, James Caan, Lucy Liu und Bryan Cranston sind alle mit von der Partie. Kleines Manko ist die manchmal zu experimentelle Inszenierung, bei der es vor allem der Kameramann manchmal etwas zu gut gemeint hat. Ansonsten ist "Detachment" ein wunderbarer Schlag in die Magengrube, der es darauf anlegt nicht einfach zugänglich zu sein. Ein superbes Drama, dass mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.

Fazit: 80 %

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