5. Januar 2014

Playoff

© Central

Regie: Eran Riklis
Land / Jahr: Deutschland, Frankreich, Israel 2011












1982: Der Holocaust-Überlebende Max Stoller (Danny Huston) kehrt nach 30 Jahren aus Israel in sein Geburtsland Deutschland zurück. Er ist jetzt Trainer der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, was aus dem Nationalhelden für seine israelischen Landsmänner einen Verräter macht. Auf der Suche nach Spuren seiner Kindheit, will er einer jungen Muslimin helfen, ihren verschwundenen Ehemann zu finden.

Exotischer Basketball-Film
Der Film erzählt die fiktionalisierte Geschichte des Basketball-Trainers Ralph Klein. Es gibt einige Übereinstimmungen mit dessen Biographie, doch viel wurde von Regisseur und Drehbuchautor Eran Riklis frei erfunden. So macht er es dem Zuschauer schwer, Zugang zu dem Film zu finden. Dass historische Sportfilme in Deutschland ohnehin nicht so üblich sind, wie in den USA, macht "Playoff" zu einem wahren Exoten.
"Bitte stellen sie Fragen zu Basketball und nicht über Politik" sagt die Figur Stoller im Film, dabei geht es Riklis leider viel zu sehr um die frei erfundene Spurensuche in einer fremdgewordenen Heimat, als darum die sporthistorischen Ereignisse aufzuarbeiten. Man fühlt sich in die Irre geführt, da die Balance zwischen Vergangenheit, sportlicher und menschlicher Gegenwart überhaupt nicht stimmt.

Völlig aus dem Gleichgewicht
Die Anteile der Beziehung zwischen Stoller und der Muslimin Deniz (Amira Casar) nehmen etwa 60 Prozent des Filmes ein, 30 Prozent handeln von seiner Vergangenheit im Deutschen Reich und etwa lediglich zehn Prozent erzählen die Sportgeschichte. Während die aufwendigen Kulissen das 80er Jahre-Gefühl gut rüberkommen lassen, so wurden die Basketball-Spielszenen nachlässig und schludrig inszeniert.
"Playoff" ist ein interessanter Sportfilm mit guten Darstellern, der aber an einem riesigen Manko leider. Denn leider ist der Basketballfilm völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Was als Sport-Drama vermarktet wird, entpuppt sich als Selbstfindungstrip und Vergangenheitsbewältigung. "Playoff" verkommt so zur Mogelpackung.

Fazit: 50 %

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