16. Februar 2014

American Hustle

© TOBIS

Regie: David O. Russell
Land / Jahr: USA 2013












USA 1978: Irving Rosenfeld (Christian Bale) hat eine einfache und dreiste Methode gefunden, gemeinsam mit seiner Freundin Syndey Prosser (Amy Adams) gutgläubige Menschen um ihr Erspartes zu bringen. Als FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) dahinter kommt, macht er ihnen ein Angebot: Um nicht angeklagt zu werden, muss das Gaunerpaar ihm vier Politiker ans Messer liefern. . .
Optisch ist "American Hustle" eine absolute Wucht. Die Kostüme, die Ausstattung, die Frisuren: Da haben alle Departments wirklich ein bombastisches 70er Jahre-Flair auf die Leinwand gezaubert. Die Musikauswahl ist ebenfalls überzeugend, wenn manchmal quantitativ auch etwas dürftig, denn ein Film mit seiner derart lockeren Atmosphäre und leichtfüßigen Handlung hätte ein wenig mehr musikalische Untermalung vertragen können.
Doch "American Hustle" ist trotz vieler ruhiger Szenen und einer Laufzeit von 138 Minuten ein extrem kurzweiliger und unterhaltsamer Gangsterfilm. Das liegt aber vor allen an der durchweg superben Cast. Christian Bale, Bradley Cooper, Jeremy Renner, Amy Adams und Jennifer Lawrence sind einfach fantastisch und spielen ihre eigenwilligen und fehlbaren Figuren auf wunderbar selbstironische Art und so gibt es immer wieder ein paar gute Lacher.
Trotz der famosen Darsteller und der authentischen Optik hat "American Hustle" aber erzählerisch ein paar Probleme. Die Geschichte schweift manchmal ab, unwichtigere Szenen bekommen plötzlich viel Gewicht. Es kommt das Gefühl auf, dass sich Regisseur David O. Russell in seiner Geschichte verloren hat und die zahlreichen Figuren und Handlungsstränge im Schneideraum nicht mehr richtig sortieren konnte.
Unter dem Strich ist "American Hustle" ein Martin Scorsese Film, in dem Gewalt durch Witz ersetzt wurde. Neben dem tollen 70er-Feeling und der extrem guten Besetzung gibt es mehrere grandiose Szenen, die sich ins Gedächtnis einfräsen. Wäre dieser kurzweilige Gangsterfilm noch besser strukturiert, hätte er ein absoluter Klassiker werden können. So ist er einfach nur: sehr gut.
Die Freigabe ab sechs Jahren der FSK ist übrigens extrem lächerlich. Weder sind die Themen auch nur im entferntesten kindgerecht, noch die anrüchigen und erotischeren Momente etwas für Kinderaugen. Dass die Handlung viel zu kompliziert und uninteressant für einen Sechsjährigen ist, ist offensichtlich. Natürlich steht Deutschland mit dieser idiotischen Freigabe ziemlich alleine da.

Fazit: 85 %

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