18. Februar 2014

Dallas Buyers Club

© Ascot Elite

Regie: Radu Mihaileanu
Land / Jahr: Belgien, Italien, Frankreich 2011












Texas in den 1980ern: Ron Woodroof (Matthew McConaughey) liebt Rodeo, leichte Frauen und starke Drogen. Als er wegen eines Arbeitsunfalls in einem Krankenhaus landet, kommt die schockierende Diagnose: Ron hat AIDS. Nachdem er sich mit seinem Schicksal abgefunden hat, versucht er sich noch nicht zugelassene Medikamente zu verschaffen - was sich als Goldgrube herausstellt.
"Dallas Buyers Club" ist in mehreren Bereichen ein sehr mutiger Film. Nicht nur, dass das schwierige Thema AIDS behandelt wird, sondern auch die Regierungskritik und die zweifelhaften Figuren beziehen klar Stellung und liefern einen schmutzigen Blick auf ein Kapitel jüngerer Zeitgeschichte.
Das Ensemble liefert durchweg sehr gute, in McConaugheys Fall sogar herausragende Leistungen ab. Er spielt den homophoben Vollproleten Ron glaubhaft, verabscheuenswürdig, aber auch bemitleidenswert, ohne dabei billig auf die Tränendrüse zu setzen. Sicher durchlebt Ron eine große Wandlung, aber es nicht Menschlichkeit, sondern zuallererst sein Geschäftssinn, der ihn zu einem der größten Gegner der US-AIDS-Politik in den 80ern macht.
Regisseur Jean-Marc Vallée beweist jede Menge Fingerspitzengefühl mit dem Umgang der damals als "Schwulensuche" bezeichneten Krankheit. Sicherlich hat dieses Drama auch seine witzigen Momente,  wenn er zeitgenössische Vorurteile und Klischees thematisiert werden, doch Vallée macht sich niemals über seine Figuren lustig, verurteilt sie nicht.
"Dallas Buyers Club" ist ein wunderbar trauriger Blick auf den aussichtslosen Kampf mit der tödlichen Immunschwächekrankheit, der sich vor allem durch das hochqualitative Drehbuch, die tolle Regie und das sensationelle Ensemble auszeichnet. Ein couragierter amerikanischer Film von einem bis dato wenig bekannten Regisseur.

Fazit: 85 %

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