26. Februar 2014

No One Lives

© Sunfilm

Regie: Ryûhei Kitamura
Land / Jahr: USA 2012












Eine amerikanische Gangsterfamilie kidnappt ein junges Pärchen. Sie haben überhaupt keine Ahnung, wer ihnen ins Netz gegangen ist und glauben den großen Fang gemacht zu haben, als sie die wertvolle Geisel im Kofferraum ihrer Opfer entdecken. Doch bevor sie das Geld einstreichen können, müssen sie zuerst die Nacht überleben. . .
"No One Lives" legt einen guten Start hin. Mehrere unterschiedliche Figuren werden eingeführt, die allesamt nicht so recht den Klischees des Horrorkinos entsprechen wollen. So wird der Zuschauer die ersten 20 Minuten über die eigentliche Handlung im Dunkeln gelassen und muss sich Schritt für Schritt die Geschehnisse zusammenbauen.
Dann geht es allerdings ein wenig schwächer mit dem üblichen Katz-und-Mausspiel weiter, auch wenn der einfallsreiche japanische Splatterfilmregisseur Ryûhei Kitamura ("Versus", "Azumi", "Midnight Meat Train") mit vielen frischen und teilweise genreuntypischen Ideen aufwarten kann.
Großer Schwachpunkt des Filmes sind die dämlichen Dialoge und das teilweise nicht nachvollziehbare Verhalten der Figuren. Es wird oftmals sinnlos vor sich hergeredet, Tode von nahestehenden Personen werden überschnell verarbeitet und sind teilweise schon nach Sekunden Filmhandlung vergessen.
Für einen Horrorfilm nicht gerade typische ist die rasante Inszenierung mit vielen schnellen Schnitten. Die Action- beziehungsweise Horrorszenen sind oftmals gnadenlos und, wie so oft bei Kitamura, sehr drastisch und blutig. Es wird hin und wieder sehr brutal getötet, was dazu führte, dass die deutsche Fassung für eine Freigabe ab 18 Jahren stark geschnitten werden musste.
"No One Lives" kann durch viel Unkonventionelles gefallen, doch die gute Idee ist nicht ausgereift und lässt auch am Ende des Filmes einige Fragen offen. Für einen Horrorfilm, indem bis auf Luke Evans fast ausschließlich Z-Promis spielen ist Kitamuras neustes Werk aber gelungen. Empfindlichen Zuschauer ist dringend abzuraten, da es stellenweise extrem gewalttätig zugeht.

Fazit: 55 %

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