2. April 2014

47 Ronin

© Universal

Regie: Carl Rinsch
Land / Jahr: USA 2013












Das Reich Ako droht mit dem Harakiri von Fürst Asano Naganori (Min Tanaka) zu zerfallen. Ein Jahr hat seine Tochter Mika (Kou Shibasaki) Zeit, um den Tod ihres Vaters zu betrauern. Danach muss sie den verhassten Fürst Kira (Tadanobu Asano) heiraten. Doch kurz vor dem Ablauf des Trauerjahres rotten sich die ehemaligen Samurai zusammen und wollen Rache für ihren Fürsten. Das Halbblut Kai (Keanu Reeves) soll dabei helfen.
Die Entstehungsgeschichte von "47 Ronin" ist ein Zeugnis des absoluten Chaos. Die 175 Milionen Dollar teure Produktion wurde mehrmals verschoben, war ursprünglich für November 2012 angedacht. Regisseur Carl Rinsch wurde abgesetzt, mehrere Szenen und Einstellungen nachgedreht und geändert - ein totales Debakel bahnte sich an. Als der Samurai-Fantasy-Film dann endlich in die Kinos kam, war er so erfolglos wie zu erwarten war und spielte nur 38 Millionen Dollar an den heimischen Kinokassen wieder ein.
"47 Ronin" hat aber trotzdem eine Menge Überraschungen parat. So ist er bei weitem nicht so schlecht geraten, wie es sich andeutete und ebenfalls nicht so fantasylastig wie die Trailer zu vermitteln versuchten. "47 Ronin" ist der Versuch eine Art japanischem "Fluch der Karibik" zu machen, allerdings scheitert der Film direkt auf mehreren Ebenen.
So ist es einerseits Keanu Reeves in der Hauptrolle. Der Mann ist mit seinen 49 Jahren einfach viel zu alt für die Rolle, die Liebesgeschichte zwischen seiner Figur und der Tochter des Fürsten ist unglaubwürdig. Insgesamt sind die meisten Figuren sehr einseitig geraten. Diese kleinen Gags, von denen der Karibikfluch angefüllt ist, funktionieren hier zwar auch, sind allerdings so selten, dass man sie fast hätte weglassen können.
Größtes Problemfeld der Ronin sind aber die Fantasyelemente. Ohne sie wäre der Film besser, kostengünstiger und glaubwürdiger geworden. Gerade dadurch, dass die Fantasyszenen nur schwach dosiert sind, wirken sie besonders albern und gänzlich überflüssig. Ein reiner Samurai-Film wäre besser gewesen. Für das hohe Budget sind die CGI einfach zu minderwertig.
"47 Ronin" ist trotz erheblicher Mängel ein erstaunlicherweise kurzweiliger Japan-Fantasy-Trip. Die Hexen-Monster-Aspekte ersticken das Potenzial des Filmes jedoch im Keim, die angestrebte Epik bleibt gänzlich weg. Die ordentliche Story und die flotte Inszenierung halten bei Laune, doch das Chaos im Vorfeld gab dem Film keine Möglichkeit richtig gut zu werden. Dennoch ist "47 Ronin" um Längen besser als es die Vorzeichen annehmen ließen.

Fazit: 50 %

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