20. April 2014

Drecksau

© Ascot Elite

Regie: Jon S. Baird
Land / Jahr: Großbritannien 2013












Bruce Robertson (James McAvoy) ist ein total korrupter Polizist, der um alles in der Welt befördert werden will. Dabei gilt es nicht nur den exzessiven Drogen- und Alkoholkonsum vor den Vorgesetzten zu vermeiden, sondern auch mit hinterhältigen Tricks die Kollegen zu diskreditieren und gegeneinander auszuspielen.
Die Kinolandschaft hat schon einige miese Bullen hervorgebracht, aber dieser Gesetzeshüter ist definitiv einer der skurpellosesten der Filmgeschichte. James McAvoy spielt die Figur des Bruce Robertson mit der passenden Perfidität. Erfreulicherweise ist er auch optisch nicht zum Schönling geschminkt, sondern völlig heruntergekommen. "Drecksau" bietet einen Protagonisten, der es einem ganz und gar nicht leicht macht, ihn zu mögen.
Und so gibt es einige bitter-schwarz humorige Lacher, die zwar nicht den guten Geschmack, wohl aber die Moral untergraben. Man lacht laut, oft und diabolisch auf Kosten der anderen Figuren - so wie man es von Filmen, die auf Romanen von Irvine Welsh ("Trainspotting") basieren gewohnt ist.
Doch auch in "Drecksau" gibt es jede Menge unter der teuflisch-lustigen Oberfläche zu entdecken. Denn Robertson hat noch einige Leichen im Keller, die im Laufe des Filmes zum Vorschein kommen und so wundert auch die krasse Wendung am Ende des Filmes nicht.
"Drecksau" ist zweifelsohne die zweitbeste Irvine Welsh-Verfilmung hinter "Trainspotting". Der Film ist sehr flott und von toller Musik untermalt und lebt vor allem von McAvoys tollem Schauspiel. Angereichert an tollen Ideen trifft der Film zwar nicht immer ins Schwarze und auch die Handlung hätte ein wenig mehr Stringenz vertragen können, nichtsdestotrotz ist "Drecksau" ein typisch britischer Film, der überzeugen kann.

Fazit: 75 %

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