24. April 2014

Lone Survivor

© Universum

Regie: Peter Berg
Land / Jahr: USA 2013












Afghanistan im Juni 1995: Marcus Luttrell (Marc Wahlberg) und sein Navy-SEALs-Team erhalten den Auftrag den Taliban Ahmad Shah zu eliminieren. Bei dem Versuch sich an das Lager der Taliban heranzupirschen, fliegen sie auf. Eine Jagd auf Leben und Tod gegen einen quantitativ überlegenen Gegner beginnt.
Nach dem Vietnam-Krieg begann die Kino-Invasion der US-amerikanischen Kriegsfilme. Ende der 90er wurde es ziemlich still um das Genre und auch der Irak- oder Afghanistan-Krieg bekamen nicht annähernd so viel Leinwandpräsenz wie einst Vietnam. Nun bringt gerade Regisseur Peter Berg, der zwar kein Genre-Neuling ist, aber dessen Filme extrem in der Qualität schwanken. "Operation: Kingdom" ist ein ordentlicher Vertreter des Genres, "Battleship" ein extrem schwacher.
In "Lone Survivor" ist Peter Berg darum bemüht die historischen Geschehnisse zur Ergreifung des Taliban-Führers Ahmad Shah möglichst akurat zu rekonstruieren. Glücklicherweise entschied er sich dabei nicht für die so beliebte Variante der "authentischen" Wackel-Kamera, sondern für eine klassische Inszenierung. Gerade in Punkto Umsetzung gibt es kaum etwas zu meckern: Der Ton ist bombastisch (im wahrsten Sinne des Wortes), der Schnitt temporeich und gleichzeitig verliert man trotz vieler Kämpfe nicht den Überblick über das Geschehen.
Inhaltlich ist "Lone Survivor" irgendwo zwischen Himmel und Hölle. Einerseits verzichtet Berg auf jegliche Kriegsromantik und bezieht Stellung gegen Kriege, andererseits werden die USA als Land glorifiziert. Wenigstens sieht Berg davon ab, die Bevölkerung Afghanistans zu dämonisieren, was besonders bei der Begegnung mit den Dorfbewohnern deutlich wird.
"Lone Survivor" ist ein überdurchschnittlicher Vertreter eines Genres, das in diesem Jahrtausend fast von der Bildfläche verschwunden ist. Trotz eines in vielen seiner Werke zu actionorientierten Regisseurs, trotz Mark Wahlberg, der wahllos jede Rolle anzunehmen scheint und trotz vieler Schießereien und einer relativ dünnen und patriotischen Handlung ist "Lone Survivor" weder dumm noch langweilig.

Fazit: 65 %

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