4. April 2014

Moebius, die Lust, das Messer

© MFA

Regie: Kim Ki-duk
Land / Jahr: Südkorea 2013












Eines Nachts schleicht sich die Mutter (Eun-woo Lee) in das Zimmer ihres Sohnes (Young-ju Seo) und schneidet dem schlafenden Teenager sein Glied ab, da der Familienvater (Jae-hyeon Jo) sie betrogen hat. Um seinem Sohn ein annähernd normales Sexualleben zu ermöglichen sucht der Vater nach einem Penisersatz für seinen Sprößling und probiert auch alternative Praktiken aus. . .
Wenn Kim Ki-duk Regie führt, dann steht, abseits der Qualität des Film, zumindest immer viel Einfallsreichtum auf der Tagesordnung. Die Filme des Südkoreaners sind immer etwas besonderes. "Möbius, die Lust und das Messer" ist das absolut keine Ausnahme, nicht nur inhaltlich bietet Kim Ki-duk Frisches, auch die Form ist sehr außergewöhnlich. Denn sein Erotik-Schocker kommt völlig ohne Dialoge aus, ohne dabei ein Stummfilm zu sein. Die Figuren sprechen einfach nicht, die Geräuschkulisse ist aber völlig gewöhnlich.
Neben der eigensinnigen, aber nicht misslungenen Form muss die Geschichte keineswegs in Punkto Ausgefallenheit zurückstecken. Die ziemlich verrückte Handlung bedient sich diverser sexueller Tabus wie Inzucht oder extremen sadomasochistischen Motiven. So kommt zum Beispiel ein Pärchen zu Höhepunkt, als sie mit einem langen Küchenmesser in seiner Schulter bohrt. Das Suchen und Abschneiden eines Ersatz-Penis ist zentrales Motiv des Filmes.
Dabei stehen diese krassen Szenen sexualisierter Gewalt stets im Mittelpunkt der Handlung. Doch Kim Ki-duk gibt sich nicht damit ab, einfach Splatter und Sex zu zeigen, faktisch sieht man in diesem inhaltlich schwanzgesteuerten Film so gut wie nie einen Penis und auch die Gewaltszenen sind keine plakativen Blutorgien.
"Möbius, die Lust und das Messer" ist einer dieser Filme, die aufgrund ihres Freakfaktors interessant sind. Selbst Vielgucker werden hier oftmals von der ungewöhnlichen Handlung und der Fülle an Innovationen überrascht. Allerdings verliert der Penis-Film mit der Zeit dann doch seinen Reiz. Am Ende ist man froh, das Filme dieser Art dann doch eine Ausnahme sind.
Fazit: 60 %

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