18. April 2014

Noah

© Paramount

Regie: Darren Aronofsky
Land / Jahr: USA 2013












Noah (Russell Crowe) hat immer wieder Visionen, bei denen er sicher ist, dass sie von dem Schöpfer kommen. Als er eines Tages im Traum den Auftrag bekommt eine Arche zu bauen, auf der Platz ist für zwei Tiere jeder Art, macht sich Noah mit Hilfe seiner Familie und steinernen Giganten an die Arbeit. Doch anderen anderen Menschen neiden es dem gottesfürchtigen Mann und wollen auch einen Platz auf der Arche. . .
"Noah" ist kein Bibelfilm, keine Adaption der Genesis-Geschichte, sondern eine freie Interpretation dessen. Er zeigt einen ehrenhaften Familienvater, der ungewöhnliche Träume hat und der an seinen schweren Aufgaben zu zerbrechen droht. Dabei muss es der bärtige Archenbauer nicht nur kämpferisch mit seinen Neidern aufnehmen, sondern sieht sich auch vor essenzielle Konflikte innerhalb seiner Familie.
Erfreulich an diesem Apokalypse-Film ist, dass Darran Aronofsky nicht zu viel Zeit darauf verwendet, die Arche in den Wassermassen zu zeigen. Dennoch gibt es jede Menge Spektal - sogar im Übermaß, was von einem Regisseur wie Aronofsky nicht zu erwarten war. Die Steinmenschen, die Noah beim Archenbau helfen sind extrem fantasyartig geraten. Das hat mit den Ents, den sehr ähnlichen Baumwesen aus "Herr der Ringe", noch bestens funktioniert - aber in "Noah" ist es ein bisschen zu viel des Guten. Auch bei der Schlacht kurz vor der Sintflut hätten man mit den Actionszenen sparen können.
Was jedoch zur Gänze gefällt ist der Umgang mit der Fauna. Es gibt keine drolligen, kitschigen Szenen und auch keine albern charakterisierten Tiere. Von jeder Art kommen zwei Exemplare auf die Arche, werden dort mit einer Kräutermischung betäubt und verbringen die Zeit bis zur Ankunft im Traumland - das war es mit der Leinwandpräsenz der Tiere.
Größte Stärke von "Noah" ist die Inszenierung. Es gibt viele tolle Kamerafahrten, intelligent eingesetzte Zeitraffer-Montagen und wunderschöne Schattenzeichnungen im Gegenlicht. Klar ist es auch dem Budget von 125 Millionen Dollar zu verdanken, aber manch ein anderer Filmemacher hätte (noch) mehr Geld in die CGI investiert.
"Noah" ist eine interessante, unterhaltsame und optisch gelungene Version der klassischen Bibel-Geschichte, die sich auf mehreren Ebenen von der Vorlage löst und schon deswegen kontrovers betrachtet wird. Die Steinwesen, die Schlachtenszene und der blinde Passagier hätten wirklich nicht sein müssen und vermitteln den Eindruck nur zu Gaudi-Zwecken einen Platz im Film gefunden zu haben. Für Aronofskys-Verhältnisse vielleicht sogar sein schlechtester Film, aber andere Regisseure, die darauf spezialisiert sind, Welten untergehen zu lassen, hätten "Noah" nicht annähernd so gut hinbekommen.

Fazit: 70 %

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