10. April 2014

Nymphomaniac: Vol. I

© Concorde

Regie: Lars von Trier
Land / Jahr: Dänemark, Deutschland, Frankreich, Belgien, Großbritannien 2013











Seligman (Stellan Skarsgard) liest die zusammengeschlagene Joe (Charlotte Gainsbourg) von der Straße auf. Diese bittet ihren Retter darum, nicht die Polizei zu rufen. Dafür erzählt sie ihm ihre Lebensgeschichte und wie sie zur Nymphomanin wurde.
Von dem Filmmanifest "Dogma 95", zu dessen Hauptinitiatoren Lars von Trier zählt, ist 18 Jahre später nahezu nichts mehr zu spüren im Zweiteiler "Nymphomanic". Kamera, Schnitt, Musik: Alles ist sehr artifiziell und topmodern. Noch nie war weniger Dogma in einem von-Trier-Film zu sehen.
Was jedoch geblieben ist, ist eine gehörige Portion Skandal - und zwar die All-you-can-eat-Variante. Selbst "Idioten" oder "Antichrist" können da nicht mithalten. Nebst all den Tabubrüchen und sexuellen Freizügigkeiten bietet der erste Teil von "Nymphomaniac" aber auch eine wirklich tolle Handlung. Lars von Trier stellt nicht ganz billig die Sexszenen in den Vordergrund, er rollt sein Sex-Epos von ganz vorne auf und erklärt wie Joe schon in jungen Jahren sexuelle Selbstversuche wagte, was sie dazu trieb und welche Erfahrungen sie sammelte. "Nymphomaniac" ist Tarantino-like und feinsäuberlich in Kapitel unterteilt, um dem Zuschauer die Orientierung zu vereinfachen.
Ebenfalls erfreulich ist es, dass es dem Regisseur absolut gelungen ist europäische Schauspieler wie Dauer-von-Trier-Darsteller Charlotte Gainsbourg, Stellen Skarsgard und Udo Kier zu tollen Darbietungen zu bewegen wie auch die Hollywood-Größen, die sich die Klinke in die Hand geben. Egal welches Qualitäts-Couleur vor die Linse tritt, sie alle werden von dem dänischen Top-Regisseur zum Maximum getrieben.
"Nymphomaniac: Vol. I" ist ein wunderbar mutiger und epischer Erotik-Kunstfilm mit tollen Schauspielern, der mit Sicherheit zu den feinsten Filmen von Lars von Trier gehört. Der Cliffhanger am Ende des ersten Teils macht zudem richtig Lust auf "Nymphomaniac: Vol. II". Wunderbar - einzigartig: Geschmackvoller kann man kaum unter die Gürtellinie gehen.

Fazit: 85 %

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