14. April 2014

Nymphomaniac: Vol. II

© Concorde

Regie: Lars von Trier
Land / Jahr: Dänemark, Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien 2013











Die sexsüchtige Joe (Charlotte Gainsbourg) erzählt ihrem Retter Seligman (Stellan Skarsgard) wie sie ihre Lust-Odyssee zu ihm geführt hat und mit welche anderen Sex-Spielarten sie Erfahrungen sammeln konnte.
Hiebe statt Liebe ist das Motto der zweiten Hälte von "Nymphomaniac". Die Sexkapaden Joes stehen jetzt unter einem noch viel düsteren Stern. Doch ganz so ausgewogen sie der erste Teil ist "Nymphomaniac: Vol. II" nicht geraten. Die einzelnen Kapitel sind manchmal zu kurz, andere haben hingegen Längen. Und die Episode in der Joe zur Geldeintreiberin wird, passt nicht so recht in das Gesamtbild.
Während der Zuschauer nach Teil eins noch das Gefühl hatte, dass eine Teilung gerechtfertigt ist, so verschafft der abschließende zweite Abschnitt nicht die volle Befriedigung. Der Ausflug in die Welt der Schmerzen ist nicht in Balance, hätte gekürzt werden müssen. Umso erstaunlicher ist dabei, dass Lars von Trier nicht zufrieden mit diesen beiden Fassungen war. Der 5,5 Stunden lange angekündigte Director's-Cut stammt direkt aus den Händen von Triers und ist die einzige vom Regisseur autorisierte Fassung.
Obgleich "Nymphomaniac: Vol. II" nicht völlig gefällt, so hat er in Punkto Qualität kein Nachsehen. Die Züchtigungsszenen bei dem mysteriösen K (Jamie Bell) sind aufgrund des Geheimnisvollen, das sie umgibt echte Highlights und die kurze Sandwich-Episode mit den beiden prächtig ausgestatteten schwarzen Herrschaften gehört aufgrund der äußerst amüsanten Umstände zu den Höhepunkten. Auch die rekurrenten Treffen mit "Transformers"-Täter Shia LaBeouf verleihen dem Geschehen einen roten Faden.
"Nymphomanic: Vol. II" ist schmutziger und düsterer als die erste Hälfte. Doch obwohl mehr Atmosphäre als im Vorgänger geboten wird, weist der Film ein paar Längen auf. Auch die Crime-Nebenhandlung hätte nicht sein müssen. Dennoch ist auch der Abschlussfick ein ganz besonderes Werk, das eine Fülle toller Ideen bietet. Einzelne Momente werden sich für immer in die Köpfe der Zuschauer fressen. Ohne Teil eins gesehen zu haben, macht das Finale aber keinen Sinn.

Fazit: 75 %

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