24. Mai 2014

Counselor, The

© 20th Century Fox

Regie: Ridley Scott
Land / Jahr: USA, Großbritannien 2013












Der Counselor (Michael Fassbender) lebt eigentlich im Wohlstand, aber die Gier treibt ihn zu dubiosen Geschäften mit dem durchgeknallten Reiner (Javier Bardem). Problematischerweise geht der Deal, der eigentlich einen Haufen Geld bringen sollte, böse daneben. Plötzlich stehen alle Beteiligten auf der Abschussliste. . .
Die Darsteller - top. Die Optik - stilvoll und passend. Die Handlung - zäh. Träge wie ein alter Mann ist dieser Versuch von Regisseur Ridley Scott einen spannenden Thriller zu drehen. Das liegt vor allem an den endlosen Diskussionen der Figuren. Selbst die geistig Schlichtesten liefern philosophische Theorien und weise Sprüche ab - das strapaziert den Nerv doch extrem und fühlt sich allzu oft sehr oberflächlich an.
Regisseur Scott kriegt einfach nicht das Drehbuch von Cormac McCarthy unter Kontrolle. McCarthys Fehler wird es wohl kaum sein, schließlich ist er ein Pulitzer-Preis-Träger. Das es möglich ist aus einem schweren McCarthy einen wunderbaren Thriller zu machen haben hingegen schon die Coen Brüder mit ihrem preisgekrönten "No Country for Old Men" bewiesen, aber davon ist bei Scotts Werk keine Spur.
Wenn die Relation zwischen inhaltlich relevanten Unterhaltungen und teilweise pseudohaft wirkenden Weisheiten nicht so sehr aus dem Ruder geraten wäre, hätte aus "The Counselor" etwas werden können. Bis auf Scott haben die anderen Departments wirklich gute Arbeit geleistet. Viele Bilder sind schön anzusehen und wirken unverbraucht. Kostüm und Ausstattung haben ein besonderes Lob verdient.
"The Counselor" ist ein langatmiger Thriller, auf den der Spruch "mehr Schein als Sein" wunderbar zutrifft. Leider konnte sich Ridley Scott nicht von vielen obsoleten Unterredungen trennen - auch ein paar Szenen, wie die Auto-Sexszene, hätten komplett weggelassen werden können. Wenn man schon eine so hochkarätigen Cast bekommt - mit Michael Fassbender, Cameron Diaz, Brad Pitt, Penelope Cruz, Bruno Ganz und Javier Bardem - dann muss man einfach viel mehr draus machen. Ist immer noch ordentlich - hätte großartig werden können.

Fazit: 55 %

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