21. Mai 2014

Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt

© Constantin

Regie: Bill Condon
Land / Jahr: USA, Belgien 2013












Der Computerfreak Daniel Berg (Daniel Brühl) ist von den revolutionären Ideen Julian Assanges (Benedict Cumberbatch) begeistert, der mit seiner Enthüllungswebsite "WikiLeaks" die Welt verändern will. Während der egozentrische Assange zu allem entschlossen ist, wird das Projekt für Berg bald zu einer Gewissensfrage.
Regisseur Bill Condon hat mit "Gods and Monsters" bisher nur einen wirklich guten Film gemacht, seine restlichen Werke wie "Candyman 2 - Die Blutrache" oder das Twilight-Finale "Breaking Dawn" siedeln sich weit unter dem Durchschnitt an. Kameramann Tobias A. Schliesslers letzte Arbeit vor "Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt" war das filmische Verbrechen "Battleship" unter der Regie von Peter Berg. Die Wahrscheinlichkeit auf eine möglichst realitätsnahe Enthüllungsgeschichte geht zudem von vornherein gegen Null, denn die gesamt Geschichte beruht auf zwei Büchern von Männern, die eng mit Assange zusammenarbeiteten, sich dann aber mit ihm verstritten: Guardian-Redakteur David Leigh und sein ehemaliger Verbündeter Daniel Domscheidt-Berg. Diese Medaille konnte nur einseitig werden.
Wer jedoch vor diesen beiden unheilankündigenden Prämissen nicht zurückschreckt, der bekommt erstaunlicherweise eine temporeiche und spannende Geschichte geboten, die zumindest die damaligen Ereignisse gut zusammenfasst. Dass Berg hier als das liebe Teufelchen auf der linken Schulter und Assange als das böse Teufelchen auf der rechten Schulter gezeichnet wird, verwundert wohl niemanden mehr.
Optisch schwankt der Film zwischen modern und kitschig, erinnert stellenweise an den mittneunziger Modefilm "Hackers". Das ist kein Geniestreich, aber wenigstens ordentlich und bemüht. Dennoch wäre weniger manchmal mehr gewesen, denn die immer wiederkehrenden Traumszenen in dem riesigen menschenleeren Büroraum hätten sparsamer eingesetzt werden müssen.
"Inside WikiLeaks - Die fünfte Gewalt" ist eine interessante Aufarbeitung der Geschehnisse um die einschlägig bekannte Enthüllungswebsite. Wer mehr an der Ereignissen interessiert ist, als an den Figuren, wird gut unterhalten, was vor allem an der rasanten Erzählweise liegt. Am Ende des Filmes spricht sogar Cumberbatch in seiner Rolle als Julian Assange in die Kamera und äußerst sich abfällig über den Film - und der echte Assange tat es ihm in einem Interview gleich, nachdem er den Film gesehen hatte: "Ein Film voller Lügen - eher ein Anti-WikiLeaks-Film."

Fazit: 65 %

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