28. Mai 2014

Kon Tiki

© DCM

Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg
Land / Jahr: Großbritannien, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Schweden 2012











Norwegen 1947: Der junge Wissenschaftler Thor Heyerdahl (Pål Sverre Hagen) hat eine wagemutige Idee. Er hat es sich in den Kopf gesetzt von Südeuropa nach Polynesien mit einem Floß zu reisen und somit seine Theorien der Völkerwanderung zu beweisen. Das besonders gefährliche daran: Sein Floß soll nur auf die handwerklichen Möglichkeiten von vor 1500 Jahren zurückgreifen.
Als die Weltkarte noch schwarze Flecken hatte, waren solche Unternehmungen besonders gefährlich. Nicht zu vergessen, dass diese Geschichte möglichst realitätsgetreu die wahren Erlebnisse von Thor Heyerdahl erzählt. Klassische Abenteuerfilme wie dieser werden heutzutage nur noch selten gemacht. Doch auch eine Realitätsnähe ist kein Garant für Qualität.
Bei "Kon Tiki" ist das anders. Dem norwegischen Regisseur-Duo Joachim Rønning und Espen Sandberg gelingt es mit einfachen, aber überzeugenden Mitteln das Abenteuer auf die Leinwand zu bringen. Durch natürliche Gefahren wie Unwetter oder Haie kommt zudem Spannung auf, die Geschichte fesselt den Zuschauer. "Kon Tiki" bietet eine gut ausgewogene Mischung aus Drama und Abenteuer.
Um das 40er-Jahre-Gefühl zu verstärken greifen die Regisseure auf zeitgemäße Kostüme und eine detailgetreue Ausstattung zurück. Die Szenen in Peru, den USA, Polynesien, Norwegen und vom großen, weiten Meer sind wirklich gelungen.
"Kon Tiki" ist ein wunderbarer Abenteuerfilm mit historischem Hintergrund und tollen Landschaftsaufnahmen. Die Figuren sind sympathisch, die Gefahren bedrohlich und der Film ist glaubhaft inszeniert. Kein Wunder also, dass "Kon Tiki" 2013 für den Oscar in der Kategorie "Bester ausländischer Film" nominiert war. Für Zuschauer die keine überzogene Dramatik wollen und sich am Wesentlichen erfreuen, sicherlich eine gute Wahl. Die Regisseure Rønning und Sandberg arbeiten so, wie schon in ihrem tollen Zweite-Weltkriegs-Film "Max Manus", ein weiteres Kapitel der norwegischen Geschichte auf.

Fazit: 75 %

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