11. Mai 2014

Zulu

© Studio Hamburg Enterprises

Regie: Jérôme Salle
Land / Jahr: Frankreich, Südafrika 2013












Der Mord an einer jungen Frau wird in Kapstadt zum Politikum, denn sie war einerseits weiß und andererseits vollgepumpt mit einer neuen Designerdroge. Den Fall übernimmt ein ungleiches Ermittlerduo bestehend aus dem schwarzen Workaholic Ali Sokhela (Forest Whitaker) und dem Draufgänger Brian Epkeen (Orlando Bloom).
Zwei extrem unterschiedliche Polizisten - das ist nicht wirklich neu. Was aber durchaus neu ist: In "Zulu" übertrumpfen sich die beiden Ermittler nicht in ihren Fähigkeiten, sondern eher in ihren Lastern. Brian hat seine Emotionen nicht unter Kontrolle und stellt seiner Ex-Frau nach, Ali kriegt nachts kein Auge zu, weil er so einiges zu verarbeiten hat.
Dennoch sind die beiden ein gutes Team. Sie sind zu allem entschlossen und scheuen nicht davor etwas gröber zu werden - ihre Widersacher allerdings auch nicht. Das resultiert darin, dass "Zulu" zwar nicht viele Brutalitäten hat, die wenigen Gewaltausbrüche kompensieren die Quantität aber in Punkto Kompromisslosigkeit, ähnlich wie man es von Nicolas Winding Refns Werken gewohnt ist.
Optisch ist "Zulu" wirklich atmosphärisch, was vor allem daran liegt, dass mit Südafrika eine völlig andere Kultur gezeigt wird - es gibt hier nicht die ewig gleichen Bilder von Los Angeles. Inhaltlich wird zwar eine interessante Geschichte mit einigen Wendungen geboten, doch zum Ende hin hält Salle die Spannungskurve nicht konstant hoch.
"Zulu" ist allein deswegen schon sehenswert, weil er wunderbare Bilder aus Südafrika zeigt, wie sie sonst nur Neill Blomkamp auf die Leinwände bringt. Orlando Bloom ist endlich einmal kein Bubi, Forest Whitaker nicht so souverän wie sonst. Leider verläuft sich Salles Geschichte hin und wieder und verliert auf diese Weise einiges an Spannung. Beim genaueren Hinsehen ist der Drogen-Mord-Rassismus-Thriller nicht so clever, wie er gerne wäre.

Fazit: 65 %

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