27. Juni 2014

Philomena

© Square One

Regie: Stephen Frears
Land / Jahr: Großbritannien, USA, Frankreich 2013












Irland in den 50ern: Um ihre Familie nicht in Verruf zu bringen wird die unverheiratete und schwangere Philomena (Judi Dench) in ein Kloster gebracht. Nach ein paar Jahren muss sie mitansehen, wie ihr kleiner Sohn von einem reichen Ehepaar adoptiert wird. Jahrzehnte später trifft Philomena auf den zynischen Journalisten Martin Sixsmith (Steve Coogan), mit dessen Hilfe sie ihren Sohn wiederfinden will.
Als "Philomena" für den Oscar in der Kategorie "bester Film" nominiert wurde, sorgte das für Verwunderung, denn der Trailer vermittelte den Eindruck einer seichten britischen Komödie. Doch Stephen Frears gelang es einmal mehr dieser wahren Geschichte einen geschmackvollen Anstrich zu verpassen und sie nicht zu einem rührselig-sentimentalen Roadtrip zweier gegensätzlicher Figuren verkommen zu lassen.
Doch obwohl die Geschichte auf stilvolle Art wirklich traurig ist, so gelingt es Frears auch jede Menge wirklich lustige Passagen zu integrieren. Dabei entsteht die Komik immer aus den Dialogen zwischen den beiden wunderbaren Hauptdarstellern. Im Wechselspiel ist es die sympathische Einfältigkeit der älteren Dame, die Martin Sixsmith in den Wahnsinn treibt und die bitterböse Ironie des Journalisten, die Philomena nicht so ganz versteht. Frears macht sich dabei aber über keine der beiden Figuren lustig.
Vertieft wird die Suche nach dem verlorenen Sohn mit Rückblicken auf Philomenas Zeit im Kloster. Gerade hier setzt Frears Hauptkritikpunkt an, der das kaltherzige Verhalten der Ordensschwestern an den Pranger stellt.
"Philomena" ist ein ästhetischer und gefühlvoller Film, der mit einigen komödiantischen Spitzen aufgelockert wird. Neben der tollen Geschichte und den beiden grandiosen Darstellern, die die Geschichte tragen sticht vor allem das Drehbuch mit seinen fantastischen Dialogen hervor. Völlig zu Recht wurde "Philomena" für vier Oscars nominiert.

Fazit: 80 %

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