20. Juli 2014

Geschmack von Rost und Knochen, Der

© Wild Bunch

Regie: Jacques Audiard
Land / Jahr: Frankreich, Belgien 2012












Alain van Versch (Matthias Schoenaerts) ist alleinerziehender Vater und zieht zu seiner Schwester und beginnt als Türsteher zu arbeiten. Eines Tages lernt er die Killerwahl-Trainerin Stéphanie (Marion Cotillard) kennen. Ursprünglich interessiert sich Stépahnie gar nicht für den ungebildeten Alain, doch als sie bei einem Unfall ihre Beine verliert, nimmt sie mit ihm Kontakt auf. Aus Freundschaft scheint Liebe zu werden. . .
Der Titel, die Besetzung und vor allem der Regisseur machen klar: "Der Geschmack von Rost und Knochen" ist keine gewöhnliche 08/15-Liebesgeschichte. Gefühlvoll erzählte Regisseur Jacques Audiard schon mit seinen anderen Filmen, "Ein Prophet", "Der wilde Schlag meines Herzens" und "Lippenbekenntnisse" ungewöhnliche Dramen. Immer mit einem gewissen Hang zur Tragödie und Thriller-Anleihen.
Auch "Der Geschmack von Rost und Knochen" zeigt zwei ungleiche Menschen, die beide viel in ihrem Leben ertragen müssen. Dabei ist Stéphanie erst an Alain interessiert, nachdem sie nach ihrem Unfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Und Alain hat nicht viel von einem guten Vater. Er kann sich nur schwer beherrschen, schlägt seinen Sohn und neigt zu schnellen Liebschaften.
Glücklicherweise geht es dem Franzosen dabei weniger darum die Ereignisse zu dramatisieren - da sie schon an sich dramatisch genug sind - noch darum eine besonders romantische Liebesgeschichte zu erzählen. Er zeigt von Fehlern durchlöcherte Figuren, ohne sie zu verurteilen. Ihr Schicksal ist ungewöhnlich, die Geschichte nie absehbar, aber zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder unglaubwürdig. Lediglich im letzten Viertel verlässt Audiard ein wenig der Mut und er wird ein wenig zu seicht.
Trotz all der schrecklichen Ereignisse ist "Der Geschmack von Rost und Knochen" aber ein gutherziger Film voller Hoffnung. Das Drehbuch und die Regie sind clever, die beiden Hauptdarsteller Matthias Schoenaerts und Marion Cotillard grandios. Eine intelligente Liebesgeschichte mit viel Stil.

Fazit: 80 %

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