22. August 2014

An ihrer Stelle

© NFP

Regie: Rama Burshtein
Land / Jahr: Israel 2012












Während einer traditionellen Familienfeier verstirbt die hochschwangere Esther (Renana Raz), doch ihr Kind kann gerettet werden. Ihr Witwer Yochay (Yiftach Klein) braucht nun eine neue Frau und damit er sein Glück nicht im Ausland findet soll ihn Esthers erst 18-jährige Schwester Shira (Hadas Yaron) ehelichen.
"An ihrer Stelle" erzählt auf eine ruhige, aber tragische Art eine Geschichte, die sich in einer streng orthodoxen Familie abspielt. Dabei zeigt Regisseurin Rama Burshtein ohne Umschweife Probleme traditionellen Lebens auf, ohne diese jedoch zu verurteilen. Alle Figuren müssen sich auf ihre Art mit dem Ableben Esthers zurechtfinden.
Obwohl alle unter dem selben Unglück leiden müssen, bleibt jede Figur für sich allein. Shira hatte sich ein anderes Leben erhofft, könnte aber zum Bindeglied zwischen ihren Eltern und dem Witwer Yochay werden. Yochay trauert seiner verstorbenen Frau nach, braucht aber eine Mutter für sein Kind. Diese intimen Einblicke in die Privatsphäre der Figuren kann der Zuschauer miterleben. Unterhaltung ist dabei zweitrangig, auch wird nicht auf spektakuläre Wendungen abgezielt.
"An ihrer Stelle" ist eine seltene Möglichkeit mitten in eine streng orthodoxe Gesellschaft mitgenommen zu werden. Regisseurin Burshtein nimmt den Zuschauer dabei nicht an die Hand, sondern überlässt es ihm selbst mit den Ereignissen umzugehen. "An ihrer Stelle" ist kein leichter und angenehmer Film, der auf Entertainment abzielt. Aber er kann helfen traditionelle Denkweisen zu verstehen.

Fazit: 65 %

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