11. September 2014

A Long Way Down

© DCM

Regie: Pascal Chaumeil
Land / Jahr: Deutschland, Großbritannien 2014












Martin (Pierce Brosnan), Maureen (Toni Collette), Jess (Imogen Poots) und JJ (Aaron Paul) kennen sich nicht, haben aber einen gemeinsamen Plan: Am Sylvesterabend wollen sie vom Londoner Topper's House in den Tod springen. Zusammen geben sie dem Leben aber eine zweite Chance und schieben den Freitod vorerst bis zum Valentinstag auf.
Sicherlich ist der Jahreswechsel eine der beliebtesten Nächte für Selbstmorde und auch das Topper's House bietet sich mit seiner imposanten Höhe als gute und erfolgsversprechende Möglichkeit dafür an. Aber dass sich gleich vier Personen zum gleichen Zeitpunkt am gleichen Ort treffen, dass scheint nicht nur unwahrscheinlich, sondern ziemlich unmöglich. Dieser kleine Umstand ist das Grundgerüst für eine Geschichte, die in der Buchform aus der Feder von Nick Hornby ziemlich erfolgreich war.
Nachdem man über diesen arg konstruiert wirkenden "Zufall" hinweggekommen ist, darf man mehr über die vier zwar sehr unterschiedlichen, aber wenig interessanten Menschen erfahren. Ihre Lebensgeschichten sind der übliche Kitsch, verfeinert mit einer Portion Tragik, denn schließlich braucht jeder von ihnen einen Grund für sein Vorhaben. Passt alles gut zusammen, nicht umsonst sind Dramödien in diesem Jahrhundert so beliebt.
Doch Chaumeil kann der Hornby-Adaption kaum Charme und erst recht keine persönliche Note verleihen, sodass "A Long Way Down" in zu vielen Szenen nur vor sich hinplätschert. Einzige Lichtblicke sind die zwar seltenen, aber durchaus gut pointierten Gags.
"A Long Way Down" ist ordentlich gemacht, nie geschmacklos oder peinlich, die Darsteller passen in ihre Rollen. Die Verfilmung von Hornbys Buch trifft aber das härteste aller Schicksale, denn Langeweile macht sich leider vielzuoft breit und wird zu selten von einem guten Comedy-Moment unterbrochen. Das ist umso bedauerlicher wenn man bedenkt, dass "A Long Way Down" nur 96 Minuten läuft. Der Film wäre im Fernsehen besser aufgehoben, als auf der großen Leinwand.

Fazit: 40 %

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