14. September 2014

A Most Wanted Man

© Senator

Regie: Anton Corbijn
Land / Jahr: Großbritannien, USA, Deutschland 2014












Der Tschetschene Issa Karpov (Grigoriy Dobrygin) taucht in Hamburg unter und bittet die Anwältin Annabel Richter (Rachel McAdams) und den Bänker Tommy Brue (Willem Dafoe) um Hilfe. Ihm auf der Spur ist Günther Bachmann (Philip Seymour Hoffman), der eine Spionageeinheit leitet. Doch keiner weiß genau, wer dieser Issa Karpov eigentlich ist.
Anton Corbijns Filme ("The American", "Control") sind immer sehr ruhig und sehr geschmackvoll inszeniert. Ebenfalls nicht hetzen lässt sich Autor John le Carré ("Dame, König, As, Spion"), dessen Spionagethriller auch eher ein gemächliches Tempo einschlagen. Die Kombination Corbijn plus le Carré macht schon vor dem Ansehen klar: "A Most Wanted Man" wird kein nervenzerreissender Thriller.
Und so ist der Film wesentlich ruhiger, als der rasant geschnittene Trailer zu vermitteln versucht. Corbijn geht früh in Szenen rein und verlässt sie spät. Teilweise sogar so spät, dass viele Einstellungen ein paar Sekündchen kürzer geschnitten sein sollten. Andere Einstellungen hätten komplett auf dem Boden des Schneideraumes landen sollen, wie zum Beispiel wendende Autos oder andere Belanglosigkeiten. All das hindert natürlich den sehr ästhetischen Hamburg-Thriller daran, sein theoretisch vorhandenes Spannungspotential zu entfalten.
Optisch ist der Film, auch das ist keine Überraschung, sehr gelungen. Keiner macht Corbijn vor, wie ein Bild auszusehen hat. Er zeigt ein Hamburg zwischen Verfall und Moderne. Hochhäuser nehmen die Bilder ein und natürlich darf auch der Hafen nicht fehlen.
"A Most Wanted Man" ist eher interessant als spannend. Das intelligente Drehbuch, die überzeugenden US-Schauspieler und die anspruchsvolle Inszenierung machen den Film einen Blick wert, auch wenn der Film viel zu oft etwas träge wirkt. Die deutschen Darsteller wie Daniel Brühl gehen jedoch entweder unter oder können wie Herbert Grönemeyer gar nicht gefallen.

Fazit: 65 %

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