18. September 2014

Dom Hemingway

© 20th Century Fox

Regie: Richard Shepard
Land / Jahr: Großbritannien 2013












Dom Hemingway (Jude Law) kommt nach zwölf Jahren Haft aus dem Gefängnis frei und weiß genau, was er mit seiner wiedergewonnenen Freiheit anfängt: Erstmal den Mann verprügeln, der während seiner Inhaftierung mit seiner Frau zusammen war. Danach verlangt er seinen Anteil von dem Typen, für den er so lange gesessen hat. Doch die Zeiten haben sich geändert. . .
Dom Hemingway ist ein Vollprolet, politisch unkorrekt und dazu noch nicht besonders clever. Im Suff macht er so ziemlich alles falsch, was zum echten Problem wird, denn Dom ist eigentlich immer betrunken. Doch trotz all seiner Fehler, ist Dom auch ein wenig sympathisch. Das liegt vor allem an dem tollen Spiel von Jude Law. Er verkörpert seinen Steinzeit-Anarcho wirklich überzeugend, aber auch die anderen ziemlich irren Figuren gefallen.
In "Dom Hemingway" amüsiert man sich zwar oft über die skurrilen Figuren und die schrägen Situationen, laute Lacher sind aber dennoch rar gesät. Von einem "Snatch" oder "Filth" ist dieser Asi-Film leider gagtechnisch weit entfernt. Einigermaßen ausgeglichen wird dieses Manko aber durch viele gute Ideen und ein paar wirklich starke Szenen. Wenn Dom zum Beispiel zehn Minuten Zeit hat, um einen Tresor zu knacken, hat Regisseur Richard Shepard die beste Vorgehensweise für den in der Vergangenheit lebenden Dom gewählt. Dom geht fast schon wortwörtlich mit dem Kopf durch die Wand.
Wer sich über den sehr frischen Wind von "Mord und Margaritas" oder "Hunting Party" gefreut hat, dem wird auch "Dom Hemingway" gefallen. Dieser ist unter den drei sehr eigenwilligen Werken sogar das ausgeflippteste, leider aber auch der mit den wenigsten Gags. Ein ganz dickes Plus kann "Dom Hemingway" aber noch für sich verbuchen, denn er ist stets bemüht mit den üblichen Klischees zu brechen - manchmal aber auch zu bemüht.

Fazit: 60 %

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