24. September 2014

her

© Warner

Regie: Spike Jonze
Land / Jahr: USA 2013












In der Zukunft leidet Liebesbriefschreiber Theodore (Joaquin Phoenix) unter Trennungsschmerz. Doch die Trauer ist schnell vorbei, als er sich mit dem neuen auf seine Bedürfnisse angepassten Betriebssystem "Samantha" anfreundet. Aus Freundschaft wird Liebe. Doch nicht jeder hat Verständnis für diese ungewöhnliche Romanze. . .
Spike Jonze ist ein Mann fürs Ungewöhnliche, "Being John Malkovich", "Adaptation" und "Wo die wilden Kerle wohnen" sind allesamt Reisen in das Unterbewusstsein des Menschen, in denen verrückte, unberechenbare Ereignisse geschehen. "her" ist da aber ein wenig anders. Der Film ist zwar ebenso kreativ wie Jonzes andere Werke, aber wesentlich subtiler und ruhiger. Ausgeflippt ist zwar die Grundthematik, aber weniger die vielen kleinen Ideen.
Das Gedankenkonstrukt von "her" ist sehr philosophisch und äußerst interessant. Kann es Liebe nur zwischen zwei Menschen geben? Kann künstliche Intelligenz in der Zukunft meinschliches Bewusstsein imitieren? Wie körperlich ist Liebe? Welche Art von Zuneigung ist normal, welche ungewöhnlich?
Dieses Gedankenspiel findet in einer zeitlich nicht näher definierbaren Zukunft statt. Kostüm und Ausstattung sind ebenfalls ein optisch ansprechender Teil dieser Überlegungen, bilden sie eine Symbiose aus Kleidung der Gegenwart mit möglicher Zukunftskleidung. Zarte Pastelltöne in allen Variationen, bunt aber gleichzeitig immer sehr hell gehalten, auch hier hat die das Department einiges einfallen lassen, damit nicht alleine die Geschichte im Vordergrund steht und der Film auch optisch einige Schauwerte liefert.
"her" ist ein typischer Spike-Jonze-Film: man weiß nie, was man bekommt. Aber es ist immer etwas Besonderes. Der Film ist eine kleine Novelle, die Fragen an das Leben und die Liebe stellt. Nicht umsonst bekam Jonze dafür sowohl den Oscar als auch den Golden Globe für das wunderbar kreative Drehbuch. Allerdings ist "her" extrem wenig auf Konflikt gebürstet, plätschert manchmal so vor sich hin. Wer für sich schnell die Lösung für die Fragen gefunden hat, die der Film stellt, der wird nur schwer bei Laune gehalten.

Fazit: 75 %

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