8. September 2014

Lesson of the Evil

© Rapid Eye

Regie: Takashi Miike
Land / Jahr: Japan 2012












Englisch-Lehrer Hasumi Seiji (Hideaki Ito) ist bei seinen Schülern äußerst beliebt, gilt er doch als freundlich und lustig. Das Vertrauen geht sogar soweit, dass die Schüler ihm von ihren Problemen erzählen. Doch es verschwinden immer mehr Schüler und Lehrer auf unerklärliche Weise und lagsam dämmert es einigen Jugendlichen: Lehrer Seiji steckt hinter den Morden.
Gegen Ende des Filmes fragt Seiji einen seiner Schüler kurz bevor er ihn umbringt: "Findest du das zu sehr an den Haaren herbeigezogen?" Die Antwort müsste "Ja" lauten. Takashi Miike schafft es einen spannenden und erstaunlich gut gemachten düsteren Thriller in den letzten 40 Minuten ins Absurde abdriften zu lassen.
Bist zu dem übertriebenen Finale war alles in Ordnung. Zumindest für den Zuschauer, der immer mehr in die perfide Psyche des abgebrühten Englisch-Lehrers abtauchte. Für die Figuren geriet die Welt immer mehr außer Kontrolle, denn selbst Hauptcharaktere fielen dem kaltblütigen Killer zum Opfer, ohne dass dieser auch nur mit der Wimper zuckte.
Doch im letzten Drittel opfert der durchgeknallte Regisseur Takashi Miike ("Audition", "Ichi - The Killer") die wunderbar aufgebaute Spannung zu Gunsten eines extrem blutigen und grausamen Schul-Massakers. 40 Minuten lang wird ein Schüler nach dem anderen mit einer Schrotflinte hingerichtet. Die Körper fliegen durch die Luft, Blut spritzt wie aus Fontänen.
Dieses Finale ist nicht nur ziemlich morbide, sondern auch sehr langatmig. Locker 20 bis 30 Minuten hätten auf dem Boden des Schneideraumes landen müssen, dann wäre "Lesson of the Evil" ein wirklich guter Psycho-Thriller geworden.
Takashi Miike ist ein Dauerfilmer vor dem Herrn, der mindestens zwei Filme im Jahr teilweise schon herunterkurbelt. 90 Minuten lang macht es den Eindruck, als hätte er mit "Lesson of the Evil" mal wieder einen richtig guten Thriller fabriziert. Durch das unerträglich lange Schrotflinten-Massaker verliert der Film aber seinen Reiz, was wirklich sehr schade ist.

Fazit: 60 %

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