20. September 2014

Stromberg - Der Film

© NFP

Regie: Arne Feldhusen
Land / Jahr: Deutschland 2014












Die Capitol-Versicherung feiert ihr 50. Jubiläum, aber Bernd Stromberg (Christoph Maria Herbst) verbietet seiner Abteilung daran teilzunehmen. Als er jedoch erfährt, dass in seiner Filiale radikal Stellen gestrichen werden sollen, will Stromberg seine Vorgesetzten bei der Mega-Sause vom Gegenteil überzeugen.
Basierend auf der Erfolgs-Serie selbigen Titels wurde dieser Kinofilm per Crowdfunding finanziert. Ein echter Erfolgt, schließlich lockte er über 1,3 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos. Erzählt wird natürlich die Geschichte des unsympathischsten Chefs aller Zeiten, der immer wieder mit wunderbaren Taktlosigkeiten seine Mitarbeiter bloßstellt.
Mit einer voyeuristischen Kamera, auf die die Figuren sogar reagieren, wird die Geschichte "beobachtet". Das ist im Großen und Ganzen ordentlich gelöst, aber es gibt doch einige Momente in denen die Anwesenheit der Kamera keinen Sinn macht. Es wäre einfacher gewesen, die Unternehmens-Katastrophe ganz konventiell einzufangen.
Die Komik ist so finster-schwarz wie Strombergs Seele, der wie gewohnt fantastisch von Christoph Maria Herbst gespielt wird. Strombergs endlose Vergleiche, Metaphern und unpolitische Anspielungen sind gemein, absurd und teilweise schon geschmacklos, aber verdeutlichen doch perfekt, wie es ist, wenn die falschen Leute Entscheidungsgewalt haben. Solche Menschen, die ihre Macht einfach schamlos ausnutzen.
Und das ist genau der wunderbare Umstand, warum "Stromberg - Der Film" so gut funktioniert. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen, aber immer auf eine ironische und sarkastische Weise. Obwohl das Verhalten von Stromberg und den anderen Versicherungsmitarbeitern oftmals aus dem Ruder läuft, wirkt es dennoch nur selten überzeichnet. Ein extrem schwieriger Spagat, der Regisseur Arne Feldhusen bestens gelingt.
"Stromberg - Der Film" lebt von seinen Figuren, allen voran dem Horrorchef, der trotz aller Fehler auch immer wieder nette Momente hat und hinter der dicken Schale einen teilweise schon sentimentalen Kern entdecken lässt. Die schlichten Sets runden die Sache ab. Das Finale ist erstaunlich überraschend.

Fazit: 70 %

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