15. September 2014

Yves Saint Laurent

© Square One Entertainment

Regie: Jalil Lespert
Land / Jahr: Frankreich 2014












Der schüchterne Yves Saint Laurent (Pierre Niney) interessiert sich nur für zwei Dinge: Mode und Männer. Mit dem Tod seines Mentors Christian Dior (Patrice Thibaud) wird er zum künstlerischen Leiter des Modehauses. Doch Saint Laurent will nicht für andere arbeiten, sondern lieber sein eigenes Modehaus eröffnen.
Der Film wird aus der Sicht von Yves Saint Laurents Lebensgefährten Pierre Bergé (Guillaume Gallienne) erzählt, dessen Stimme aus dem Off immer wieder direkt zum Zuschauer spricht. Doch trotzdem fühlt man sich allein gelassen. Regisseur Jalil Lespert stellt seine Figuren nur sehr dürftig vor. Das macht oftmals den Eindruck, als verlange er vom Zuschauer genügend eigenes Wissen mitzubringen. Selbstverständlich kommt dadurch hin und wieder Verwirrung auf.
Die Inszenierung ist ebenso schlicht, wie der Stil des Designers selbst - jedoch ohne dessen Kreativität. Nur selten traut sich Lespert mal ein bisschen was, wie bei der netten Montage über die Entstehung des Mondrian-Kleides. Das ist eine der wenigen Szenen, die dem Zuschauer im Kopf bleibt und wenigstens ein bisschen Mut offenbart.
Selbst emotional passiert nicht viel. "Yves Saint Laurent" ist kühl, wirkt teilweise schon oberflächlich. Da kann auch der bemühte Pierre Niney in der Hauptrolle der verschlossenen Modeschöpfers nichts ändern, der sich zwar Mühe gibt, aber nicht wirklich überzeugen kann.
"Yves Saint Laurent" ist ein unkreativer Film über einen kreativen Menschen. Die Handlung plätschert oft vor sich hin, kann den Zuschauer nicht packen. Das Drehbuch kann nicht mit dem tollen Kostümen und der prächtigen Ausstattung mithalten. Erstaunlich ist zusätzlich, dass der Film direkte Konkurrenz aus Frankreich von einer weiteren Biographie über den Designer bekam. "Saint Laurent" startete nur acht Monate später in den französischen Kinos.

Fazit: 45 %

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