19. Oktober 2014

Boy Soldiers

© Highlight

Regie: Daniel Petrie Jr.
Land / Jahr: USA1991












Die Regis High ist ein Jungen-Internat für Kinder der einflussreichsten Amerikaner. Söhne von Richtern, Baufirmenmogulen oder Bankenbesitzern werden dort unterrichtet. Als die Regis High von einer Gruppe Terroristen aus Kolumbien eingenommen wird, schmieden die Jungs einen Plan, um die Kriminellen aus ihrer Schule zu vertreiben.
Was waren Filme dieser Art damals beliebt. "Stirb langsam" oder "Alarmstufe: Rot", später noch "Air Force One", "Sudden Death" und "Con Air". Es wurde einfach alles von Terroristen eingenommen, um kurz darauf von einem Einzelkämpfer zerlegt zu werden. Ganz so ist das bei "Boy Soldiers", der im Original "Toy Soldiers" heißt, nicht. Sicherlich, die Schüler kommen auch völlig unerwartet in diese Geisel-Situation, haben aber erstens keine besondere Kampferfahrung und sind zweitens als Gruppe aktiv.
In der ersten Hälfte des Filmes gehen die Jugendlichen noch logisch und intelligent vor und besinnen sich auf ihre Fähigkeiten: Einer kann gut malen, also zeichnet er Phantombilder der Terroristen, ein anderer Schüler kann gut mit einem Modellflugzeug umgehen, also lenkt er die Verbrecher einfach damit ab. Schlicht, einfach, simpel und somit gut.
Die zweite Geiselbefreiungshälfte ist überdramatisiert, was mit Billys (Sean Astin) Flucht zurück in die Schule beginnt. Auch der Plan mit dem Zünderwechsel ist arg konstruiert und sehr wagemutig. Der Höhepunkt ist aber der heldenhafte stellvertretende Schuldirektor, der sein Leben für die Schüler aufs Spiel setzt. Einen solch mutigen Lehrer hat man nie zuvor gesehen. Respekt.
Unter all den braven Bonzen-Blagen ist aber auch Joey Trotta (Wil Wheaton), dessen Vater einer der berüchtigsten Mafiabosse der USA ist und dessen Nebenhandlungsstrang wirklich gelungen ist. Denn dem werten Herrn gefällt es gar nicht, dass sein Sohn von den Kolumbianern mit Waffen bedroht wird.
"Boy Soldiers" ist ein klischeehafter und absehbarer, aber dennoch spannender Actionfilm. Die Schüler, allen voran Billy, sind sympathische Figuren und es ist sehr unterhaltsam, wenn auch wenig anspruchsvoll, ihnen bei der Schulbefreiung zuzusehen. Ein gelungener 90er-Actioner, der sich stark an die Formel für Filme dieser Art hält.

Fazit: 65 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen