17. Oktober 2014

Erlöse uns von dem Bösen

© Sony

Regie: Scott Derrickson
Land / Jahr: USA 2014












Polizist Ralph Sarchie (Eric Bana) hat keine gute Woche. Erst findet er ein totes Baby in einem Müllcontainer, jetzt wird er in der Nacht in den Zoo beordert, weil eine Frau dort ihr Kind in ein Raubtiergehege geworfen hat. Hinter der Sache scheint aber mehr zu stecken, als eine durchgedrehte Mutter. Als die übersinnlichen Ereignisse Überhand nehmen, schließt er sich mit dem Jesuiten-Priester Mendoza (Édgar Ramírez) zusammen.
Eine Mischung aus Großstadtthriller und Horrorfilm ist schon ungewöhnlich. Wenn dieser Film jedoch auch noch mit Kriegsszenen beginnt und behauptet wird, dass all das auf wahren Begebenheiten beruht, dann ist das mehr als erstaunlich.
Erzählt werden die Erlebnisse von Ralph Sarchie, der - Gott sei Dank! - von Eric Bana wunderbar gespielt wird. Eigentlich sollte diese Rolle Mark Wahlberg übernehmen, was man sich kaum vorstellen kann. Sarchie packt zu, teilt aus, ist ein richtiger Kämpfer. An seiner Seite ist der Jesuit Mendoza, der aussieht wie ein cooler Jesus. Natürlich klischeehaft, passt aber gut in den Film.
Die Physik ist nicht auf Sarchies Seite, schließlich geht immer genau dann das Licht aus, wenn er sich in einen dunklen Keller begeben hat. Ärgerlich. Eine der Regeln des Horrorgenres, an die sich diese "auf wahren Begebenheiten" beruhende Geschichte artig hält. Auch toll: Während des Exorzismus hält sich der Dämon brav an die Verfahrensstrukturen. Sogar noch besser als der Jesuit selbst. Höhepunkt des Missfallens sind aber die "The Doors"-Momente. Diese Analogie ist einfall nur unpassend.
Doch trotz all der Häme schafft es Regisseur Scott Derrickson eine beklemmend düstere Atmosphäre zu kreieren. Die Gänsehautmomente gehen über die üblichen billigen Horrorschocks hinaus und man ist schon erleichtert, wenn mal eine dieser entspannenden Familienszenen bei Tag bei Sarchies Familie an der Reihe ist.
Gekreuzigte Katzen und Besessene, die mit Löwen reden können diesem Film eine düstere Stimmung verleihen. "Erlöse uns von dem Bösen" macht Spaß, weil man sich bei Sarchie in guter Gesellschaft fühlt, wenn es durch die dämonischen Nächte in New York geht. Neues wird dem Zuschauer allerdings nur in Mini-Portionen geboten und Jim Morrison sollte wirklich nicht während einer Teufelsaustreibung singen.

Fazit: 60 %

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