2. Oktober 2014

Gone Girl - Das perfekte Opfer

© 20th Century Fox

Regie: David Fincher
Land / Jahr: USA 2014












Am fünften Hochzeitstag verschwindet Nick Dunnes (Ben Affleck) Frau Amy (Rosamund Pike). Während sich Nick auf die Suche macht und den trauernden Ehemann spielt, gerät er immer mehr selbst in das Schussfeld der Ermittler. Könnte er hinter dem Verschwinden Amys stecken?
David Fincher ist der König des innovativen und intelligenten Thrillers, zeichnet sich verantwortlich für Genre-Perlen wie "Sieben", "Fight Club", "The Game" oder "Zodiac - Die Spur des Killers". Nach dem zwar toll gemachten, aber aufgrund des superben Originals überflüssigen "The Girl with the Dragon Tattoo" nahm er sich einem weiteren Bestseller an: "Gone Girl" aus der Feder von Gillian Flynn.
Wie man es von Fincher gewohnt ist spielt er mit dem Zuschauer, trickst ihn aus und bietet schon nach der Hälfte des Filmes eine sehr unerwartete Wendung. Er lässt bringt er den Zuschauer dazu sich eine Meinung zu den Figuren zu bilden, dann untergräbt er alles und lässt eigentlich keine andere Wahl als komplett umzudenken. Ein feiner Schachzug.
Es bleibt stets spannend beim Rosenkrieg zwischen Affleck und Pike, die beide eine sehr gute Leistung bieten, ganz zu schweigen vom Rest des Casts. Neil Patrick Harris, Carrie Coon, Tyler Perry und Kim Dickens geben ihren Figuren eine Menge Tiefe und bringen dazu, auch ihre manchmal eigenwilligen Handlungen verständlich zu machen.
Von einem derart aufwändigen, top inszenierten Thriller erwartet man eine wasserdichte Handlung. Und da weist der Film seine einzige echte Schwäche auf. Die Logik ist an mehreren Stellen anfechtbar. Es sind meistens nur winzige Kleinigkeiten, auf denen aber bei einem derart durchkonstruierten Werk aber ein besonderes Augenmerk liegt. Das muss einfach perfekt sein.
"Gone Girl" ist ein spannender Psychofick der Extraklasse mit einer leider nicht 100% wasserdichten Logik. Trotz dieses Makels macht der Film von Thriller-König Fincher aber viel Spaß, weil er es wiedereinmal versteht den Zuschauer nach Belieben zu manipulieren, um ihm dann klarzumachen, dass es doch in eine andere Richtung geht.

Fazit: 80 %

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