5. Oktober 2014

Grace of Monaco

© Universum

Regie: Olivier Dahan
Land / Jahr: Frankreich, USA, Belgien, Italien, Schweiz 2014











Hollywood-Schauspielerin Grace Kelly (Nicole Kidman) heiratet den monegassischen Fürsten Rainier III (Tim Roth). Während Monaco ein Krieg mit Frankreich droht, träumt Grace von einer Rückkehr ins Filmgeschäft. Um ihrem Volk näherzukommen will sie die Streitigkeiten mit dem übermächtigen Nachbarn aus der Welt schaffen.
Am Anfang des Filmes erscheint eine Schrifttafel, die klarstellt, dass es sich bei "Grace of Monaco" nicht um eine Biografie handelt. Dies liegt daran, dass die Fürstenfamilie harsche Kritik am Film äußerte, da ihrer Meinung nach viele Aspekte nicht der Wahrheit entsprechen - und dass obwohl Änderungsvorschläge seitens der Monarchenfamilie eingereicht wurden. Eine fragwürdige Entscheidung pro Dramatik kontra Realität lässt die Frage laut werden: Wozu dann dieser Film, wenn er keine "echte" Biografie ist.
Dahans Werk versucht den Eindruck zu vermitteln, dass Fürstin Gracia Patricia von Monaco nicht nur ihren Ehemann um den Finger gewickelt und manipuliert hat, sondern auch noch den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle (André Penvern) austricksen konnte, um die Krise abzuwehren. Grace wird also, typisch amerikanisch, zu einer romantischen Heldin stilisiert.
Die damals 32 Jahre alte Fürstin wird von der bei Drehbeginn 45 Jahre alten Nicole Kidman gespielt, der man die 13 Jahre Unterschied deutlich ansieht. Kelly sah aus wie eine hübsche junge Frau, Kidman macht den Eindruck einer verbrauchten Diva, die auf die 50 zugeht. Der einzige Grund Kidman zu besetzten wird wohl ihre Bekanntheitsgrad gewesen sein. Und die Australierin macht es noch nicht einmal durch gutes Spiel wieder wett.
"Grace of Monaco" ist ein romantisierter halb-fiktiver Einblick in ein Fürstinnen-Leben, konzentriert sich aber nur auf das kurze Geplänkel mit Frankreich. Ganz so kitschig sentimental wie "Diana" von Oliver Hirschbiegel ist "Grace of Monaco" aber nicht geraten. Die netten Treffen mit Alfred Hitchcock (Roger Ashton-Griffiths, der kaum aussieht wie der Thriller-Meister) sind ganz nett geraten, die Sets bringen die sonnige Wärme Monacos gut rüber. Kein völliger Fehlgriff, aber wieso das Skript damals auf der Liste der besten nicht produzierten Drehbücher stand ist ein Rätsel.

Fazit: 40 %

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