7. Oktober 2014

Hirngespinster

© Movienet

Regie: Christian Bach
Land / Jahr: Deutschland 2014












Früher war Hans Dallinger (Tobias Moretti) einer der ganz großen Namen im Architektur-Business, doch seine Schizophrenie hat ihn völlig aus der Bahn geworfen. Das bekommt auch seine Familie zu spüren, die enorm unter dem Verfolgungswahn des Vaters zu leiden hat. Als Sohn Simon (Jonas Nay) Verena (Hanna Plass) kennenlernt wird die Situation noch komplizierter.
Debüt-Regisseur Christian Bach geht direkt am Filmanfang in medias res und liefert dem Zuschauer ein Beispiel für den Verfolgungswahn von Familienvater Hans. Mitten in der Nacht steht dieser auf dem Dach der Nachbarn und prügelt mit einem Hammer deren neue Satellitenantenne runter, aus Angst damit könnte man ihn damit abhören.
So zügig und ohne Umschweife verfährt Bach auch mit dem Rest seines Filmes. Er kommt schnell zur Sache, beschränkt sich auf das Wesentliche und verleiht "Hirngespinster'" auf diese Weise eine gewisse Dynamik. Dennoch findet er auch genügend Zeit, um mit der jungen Liebe zwischen Simon und Verena einen netten kleinen Nebenhandlungsstrang in die Geschichte zu weben, der als eine Art Ventil funktioniert. Als Flucht aus dem düsteren Alltag mit dem durchgeknallten Vater.
Was Bach wunderbar gelingt, nämlich die gesamte Darstellerriege zu Top-Leistungen zu motivieren, das lässt er an seinem Stil missen. Filmisch gesehen ist seine Krankheits-Analyse ziemlich schlicht geraten. Bach bedient sich der üblichen Mittel, um seine Geschichte zu erzählen und wagt sich nicht an etwas Neues. Das Intro mit den Schattenspielen über weißen Gegenständen vor weißem Hintergrund ist schon der einfallsreichste Part.
"Hirngespinster" ist ein sehenswerter Debüt-Film über eine grauenhafte Krankheit, der seine Qualität zu größten Teilen aus den überzeugenden Schauspielern schöpft. Tobias "Kommissar-Rex-sein-Herrchen" Moretti zeigt, das er nicht nur TV-Format hat und auch die kleine Ella Frey gefällt. Leider ist Regisseur Bach vor allem bei seiner Inszenierung nicht besonders mutig gewesen.

Fazit: 65 %

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