13. Oktober 2014

Lucy

© UPI

Regie: Luc Besson
Land / Jahr: Frankreich 2014












Lucy (Scarlett Johansson) wird von einem südkoreanischen Drogenboss dazu gezwungen einen Sack mit einer neuen chemischen Droge nach Europa zu schmuggeln. Um sicherzugehen, dass der Transport funktioniert, wird ihr die Ware in den Bauch eingenäht. Doch der Sack platzt und die Superdroge lässt Lucys Gehirnleistung kontinuierlich ansteigen - sie wird zum Übermensch.

Inflation der Assoziationsmontagen
Luc Besson versucht mal wieder mit Ideen zu punkten, doch das klappt leider nur stellenweise. Szenen in denen er Bilder von einer Raubtierjagd auf eine Gazelle unter die Action montiert, lassen Erinnerungen an Sergei Eisensteins Assoziationsmontage aus "Panzerkreuzer Potemkin" wieder aufleben. Das ist zwar eine mutige Idee für einen modernen Actionfilm, kommt aber plump und gezwungen rüber. Zudem werden diese Assoziationsmontagen einfach zu oft genutzt und nehmen dem Film etwas von seinem hohen Tempo.
Ebenso wenig gelungen ist auch die Verfolgungsjagd durch die Straßen von Paris. In einem derart teuren Film ein paar Szenen einfach zu beschleunigen, um Geschwindigkeit zu suggerieren, ist eine fragwürdige Idee, die eher kostengünstig aussieht - um es mal freundlich auszudrücken. Das hätte der erfahrene Filmemacher Luc Besson besser lösen müssen.

Maximale Brain-Power
Der Gedanke mit der Maximierung der Denkleistung ist interessant, bleibt aber sehr oberflächlich und auch lückenhaft. Wie kann Lucy überhaupt noch überrascht werden, wenn sie eigentlich alles weiß? Wieso sind die Menschen, die von ihrer unglaublichen Fähigkeit erfahren nur minimal erstaunt? Wieso kann sie Gegenstände über tausende Meter manipulieren, muss aber ihre Brille absetzen, um einen Hund zu beeinflussen?
Diese animeartige Mischung aus Action und Science-Fiction über die Droge der Erkenntnis ist kurzweilig und anders, aber weit entfernt von einem guten Film. Die Dialoge bestehen zu oft aus pseudo-coolen One-Linern. Wirklich cool ist nur Bösewicht Mr. Jang, der von dem fabelhaften Choi Min-sik ("Oldboy") gespielt wird. "Lucy" ist eine Art Möchtegern-"Matrix" mit guten Ideen und einer nicht zuende gedachten Handlung. Hohes Tempo und eine kurze Laufzeit machen den Film aber sehr kurzweilig.



Fazit: 55 %

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