30. Oktober 2014

No Turning Back

© StudioCanal

Regie: Steven Knight
Land / Jahr: Großbritannien, USA 2013












Ivan Locke (Tom Hardy) setzt sich nach einem langen Arbeitstag auf der Baustelle in sein Auto und macht sich auf den Weg nach London. In der englischen Hauptstadt liegt seine Affäre in den Wehen und erwartet ein Kind von ihm. Während der Fahrt muss Locke reinen Tisch mit seiner Frau und seinem Arbeitgeber machen.
Regisseur Steven Knight sperrt seinen Hauptdarsteller für knapp anderthalb Stunden ein. Nicht etwa in einen Sarg wie in "Buried" oder in ein Gefängnis. Tom Hardys Figur Locke steigt am Anfang in seinen schicken Wagen und verlässt diesen nicht ein einziges Mal im Film. Er fährt durch die Nacht, alle Gespräche, und das sind nicht wenige, führt er über die Freisprechanlage seines Telefons.
Die Handlung ist wenig artifiziell geraten. Für Locke ist sie aber mehr als dramatisch. Er hat ein perfektes Leben mit einem guten Job und eine ihn liebende Familie. Nur um nicht so zu sein wie sein Vater, nimmt er sich des Kindes an, dass er bei einem One-Night-Stand mit einer Frau, die er nicht liebt gezeugt hat. Dabei setzt er nicht nur sein Familienleben, sondern auch seine gut bezahlte Anstellung aufs Spiel.
Wer sich Sorgen macht, der Film könne langatmig sein, der irrt gewaltig. Lockes Fahrt über die nächtliche Autobahn ist verdammt kurzweilig. Das liegt vor allem daran, dass man sich stets fragt, wie seine Frau, sein Chef und die Kindsmutter auf die Telefonate reagieren. Voyeuristisch darf man dabei zusehen, wenn Locke, ohne böse Absich, die Erwartungen seiner Mitmenschen enttäuscht.
Dass Steven Knight nur ganz wenige Einstellungen filmen musste, um die Geschichte zu erzählen, fällt kaum auf. Zu sehr ist man auf die Gespräche fixiert. "No Turning Back" ist ein guter kleiner Film, der zu Gunsten der Realität auf ganz große Dramatik verzichtet.

Fazit: 70 %

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