18. Oktober 2014

Only Lovers Left Alive

© Pandora

Regie: Jim Jarmusch
Land / Jahr: Großbritannien, Deutschland, Griechenland 2013











Der depressive Vampir Adam (Tom Hiddleston) liebt die Musik und seine Vampir-Freundin Eve (Tilda Swinton), mit der er seit Jahrhunderten zusammen ist. Ein Dorn im Auge ist ihm Eves kleine Schwester Ava (Mia Wasikowska), die zu Besuch in der Stadt ist.
Wenn Jim Jarmusch einen Vampir-Film macht, dann muss man keine Angst haben, einen Blutsauger vom Fließband zu bekommen. Wie wenig klassischer Western ist denn sein "Dead Man", wie viel von einem Samuraifilm hat sein "Ghost Dog - Der Weg des Samurai"? Hier führt er erneut zusammen, was auf den ersten Blick nicht zusammen gehört: Vampire treffen auf die Musikszene.
Bei vielen Regisseuren wäre das kitschig, billig oder albern geworden. Bei Jarmusch funktioniert diese Symbiose. Er zeigt blutsaugende Individuen, die nicht auf ihre instinktive Blutgier reduziert werden. Seine Vampire sind keine Tiere, sondern vielmehr das Gegenteil. Sie sind außerordentlich intelligente Lebewesen, schließlich haben sie die Erfahrung von Jahrhunderten.
Jarmuschs Vampire kennen sich aus in den Wissenschaften, sprechen über Kunst und Kultur und lassen durchblicken, dass sie Lord Byron, Mary Shelley oder Franz Schubert persönlich gekannt haben. Das meiste Interesse hat Adam jedoch an Gitarren und Gitarrenmusik aus dem 20. Jahrhundert und entführt die anderen Figuren und den Zuschauer in die Welt der Rockmusik.
Was allerdings auch typisch für den US-Autorenfilmer Jarmusch ist: Neben all den sophisticated Talks passiert recht wenig. Eine mitreißende Handlung findet kaum statt, auch das Horror- und Actionlevel geht gegen Null.
Bei diesen Nights on Earth in Detroit und Tanger lässt Jarmusch den Zuschauer seine gebildeten Vinyl-Vampir begleiten. Er macht Blut zu einer Art Droge, seine Figuren machen sich über Menschen lustig, nennen sie "Zombies". Und das Allerschlimmste für Jarmusch ist die "Zombiezentrale", womit er Los Angeles meint. Eine feine Kritik am modernen Hollywoodfilm. Fans des Kultfilmers werden diesen Film mögen, schließlich kann "Only Lovers Left Alive" mit dessen feinsten Werken "Night on Earth" und "Dead Man" mithalten. Obwohl mal wieder nicht viel passiert.

Fazit: 75 %

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