23. Oktober 2014

Salz der Erde, Das

© NFP Marketing

Regie: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado
Land / Jahr: Frankreich 2014












Wim Wenders gewährt einen Einblick in das Leben des humanistischen Fotografen Sebastião Salgado, dessen künstlerische Laufbahn sich in zwei diametral entgegengesetzte Abschnitte unterteilen lässt.
Wim Wenders ist einer der ganz großen Namen in der deutschen Filmlandschaft, der praktisch ein Abonnement auf Filmpreise in Cannes hat und dessen Dokumentationen "Buena Vista Social Club" und "Pina" beide für den Doku-Oscar nominiert waren. Mit "Das Salz der Erde" widmet er sich erneut dem Leben eines bedeutenden zeitgenössischen Künstlers.
Dabei hält sich der Düsseldorfer Star-Regisseur angenehm zurück und lässt die unfassbar starken Bilder für sich sprechen. Wenders führt mit knappen Sätzen durch die Lebensabschnitte Salgados, der Mann mit dem Finger am Abzug erklärt seine Bilder selbst. Er spricht darüber, in welchen Situationen die Fotografien entstanden, verfeinert seine Erklärungen mit manchmal witzigen, manchmal traurigen Anekdoten.
Der Einstieg in "Das Salz der Erde" ist leicht, auch weil Wenders kein Vorwissen vom Zuschauer erwartet. Er baut seine Dokumentation chronologisch auf. Unterteilt sie in Sinnabschnitte, nach Entstehungsjahr und Aufnahmeort der Fotos. So entgeht natürlich niemandem der Bruch in Salgados Geschichte. Seinen gut bezahlten Job in der Wirtschaft gab dieser auf und brach auf in die Welt, vornehmlich nach Afrika, um das Elend zu dokumentieren. Als er nach einigen Jahren seinen Glauben in die Menschheit verliert, wird nach einer kreativen Pause die Naturfotografie sein neuer Interessenschwerpunkt.
Wenders Dokumentation ist wunderschön anzusehen, was natürlich zu größten Teilen an Salgados Bildern liegt. Aber auch die kurzen Videosequenzen, als Salgado zum Beispiel mit der Kamera auf der Jagd nach einem Foto von einem Eisbären ist, gefallen ebenso sehr wie auch die Momente in denen der humanistische Zeitkonservist in die Kamera spricht. Doch Wenders scheint sich in seinen, nach eigenen Aussagen "Lieblingsfotograf" verliebt zu haben. Denn Kritik an der Ästhetisierung des Elends lässt er außen vor. "Das Salz der Erde" ist ein Loblied auf die Hauptfigur Salgado.

Fazit: 80 %

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