6. November 2014

Interstellar

© Warner

Regie: Christopher Nolan
Land / Jahr: USA, Großbritannien 2014












Die Menschheit hat die Erde zugrunde gerichtet, sodass der Planet kaum noch bewohnbar ist. Doch es gibt Hoffnung, denn eine Gruppe Wissenschaftler wird auf die Suche nach neuem Lebensraum in die Weiten des Weltalls ausgesendet. Ein Dutzend Planeten in einer weit entfernten Galaxie könnten dafür geeignet sein.
Wenn Christopher Nolan einen Film macht, dann lässt sich dessen Handlung kaum in ein paar kurze Sätze fassen. Zu komplex ist das, was auf der Leinwand passiert. Eine Beschreibung, die vor allem auf seinen ersten Weltraum-Science-Fiction-Film zutrifft. Eine Vielzahl an faszinierenden Theorien werden hier auf unkonventionelle und geschmackvoll innovative Weise auf die Leinwand gebracht.
Ein paar der Szenen haben es wirklich in sich, berühren emotional oder sprengen die Grenzen des Vorstellbaren. Dafür beanspruchet Nolan mehr denn je in einem seiner Filme die volle Denkleistung des Zuschauers über knapp drei Stunden. Wer hier nicht bereit ist, konsequent mitzudenken, der wird schon nach wenigen Minuten das Meiste nicht verstehen.
Wer jedoch mitdenkt, der wird auf einen wirklich einzigartigen Trip in unbekannte Welten mitgenommen, in denen Nolan Zeit und Raum dekonstruiert. Die Bilder sind wunderschön und faszinierend, wirken teilweise sogar richtig psychedelisch, als wäre man auf einem sehr krassen Drogentrip.
Doch obwohl "Interstellar" extrem intelligent geschrieben ist, optisch beeindrucken kann und ein überwältigendes Quantum an tollen Ideen offeriert, verliert er im letzten Drittel leider viel von seiner Qualität. Von herausragendem Science-Fiction bleibt in den letzten 50 Minuten nur noch der Fiction-Aspekt über. Dieser wird mit einer Art Fantasy-Philosophie gepaart, die den ersten 120 Minuten nicht gerecht werden kann.
Nolan macht keinen gewöhnlichen Science-Fiction-Film. Er will das eine, das unvergleichliche Epos schaffen. Gerade an diesem Anspruch scheitert er im Endspurt seines Werkes, das über weite Strecken stark an Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" erinnert. Weniger wäre mehr gewesen und sobald das schwarze Loch ins Spiel kommt, verliert "Interstellar" leider viel. Das Gros seines Regie-Kollegen steckt er natürlich trotzdem locker in die Tasche, dafür reicht es auch diesmal wieder.

Fazit: 85 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen