10. November 2014

Jersey Boys

© Warner

Regie: Clint Eastwood
Land / Jahr: USA 2014











New Jersey 1953: Frankie Valli (John Lloyd Young) gründet mit drei Freunden eine Band, die nach mehreren Umbenennungen als "The Four Seasons" den Durchbruch schafft. Obwohl sie über Jahrzehnte große Erfolge feiern können, gibt es immer wieder Probleme - vor allem die Geldschulden bei der Mafia belasten die Harmonie in der Gruppe.
Als die Band sich im Jahre 1953 gründete, da war Hollywood-Gigant Clint Eastwood bereits 23 Jahre alt. In einer Einstellung in "Jersey Boys" kann man sogar eine kurze Szene aus der Serie "Tausend Meilen Staub" auf einem Fernseher betrachten. In der Hauptrolle des Westerns: Natürlich Eastwood selbst.
So nimmt uns Eastwood mit in seine eigene Jugendzeit. Popkultur macht einen Film über Popkultur quasi. Er bringt ein Stück Musikgeschichte auf die große Leinwand, dass als Musical auf dem Broadway ein Megaerfolg war. Hauptdarsteller John Lloyd Young wurde sogar mit einem Tony Award ausgezeichnet.
Doch ein Musical hat Eastwood daraus nicht gemacht. Es gibt zwar mehrere Gesangsszenen, aber sie sind stets in die Handlung eingebunden. Etwas befremdlich wirken jedoch die Momente, in denen die Figuren direkt in die Kamera zum Zuschauer sprechen - deren Häufigkeit im Laufe des Filmes zum Glück aber abnimmt. Das hätte man definitiv besser lösen können.
Imposant ist aber auf jeden Fall die Ausstattung von "Jersey Boys". Es ist schon beeindruckend, was man für 40 Millionen Dollar an Authentizität und Massenszenen auf die Leinwand bringen kann, wenn man auf die richtig teuren Darsteller verzichtet. Bekanntestes Gesicht für Kinofans ist mit Sicherheit Christopher Walken als, natürlich, Mafiaboss.
Insgesamt ist "Jersey Boys" aber kein Meilenstein in Eastwoods Filmkarriere. Zwischen 2003 ("Mystic River") und 2009 ("Invictus") hat dieser seine Hochphase gehabt. "Jersey Boys" reiht sich allerdings eher bei seinen letzteren Werken "Hereafter - Das Leben danach" und "J. Edgar" ein: Ein guter Film, dem leider das gewisse Etwas fehlt. Das Gesamtwerk funktioniert zwar, aber es fehlt Eastwoods Musik-Biographie an den großen Szenen die im Kopf bleiben.

Fazit: 70 %

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