13. November 2014

Kreuzweg

© Camino

Regie: Dietrich Brüggemann
Land / Jahr: Deutschland 2014












Die 14-jährige Maria (Lea van Acken) steht kurz vor ihrer Firmung. Doch Maria ist anders als andere Jugendliche in ihrem Alter. Sie möchte Gott nahe sein, denkt darüber nach in ein Kloster zu gehen. Auch leidet sie unter der streng gläubigen Erziehung ihrer Eltern und darunter, ständig von ihren Mitschülern gehänselt zu werden. Echte Freunde hat das junge Mädchen keine.
Der Film ist in 14 Kapitel unterteilt - ebenso wie der kirchliche Kreuzweg. Regisseur Dietrich Brüggemann lässt keinerlei Zweifel an den Grenzen der einzelnen Kapiteln aufkommen, schließlich werden die streng durch eine Texttafel voneinander getrennt.
Diese Tafeln sind aber fast das einzige filmische Mittel, dessen Brüggemann sich bedient. Meistens bestehen die knapp zehnminütigen Kapitel aus einer einzelnen, starren Einstellung. Die Kamera bewegt sich dabei nur sehr selten. Das Kapitel, in dem die Kamera auf der Motorhaube befestigt ist und durch die Windschutzscheibe ein Gespräch zwischen Mutter und Tochter während einer Fahrt filmt, ist schon das Maximum an Innovation.
Darstellerisch kann der Film sich das aber erlauben, denn gerade die 14-jährige Lea van Acken kann überzeugen und bietet ein paar wunderbare Streitgespräche mit ihrer strengen Mutter, die unsympathisch-fanatisch von Franziska Weisz gespielt wird. Als Stimme der Vernunft funktioniert Lucie Aron, die das Kindermädchen Bernadette spielt. Eine Dreifaltigkeit aus Frauenfiguren also, der Vater ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk.
"Kreuzweg" ist ein ruhig-realistisches Drama über ein extrem ungewöhnliches junges Mädchen. als Film kann man das Werk allerdings kaum bezeichnen, da die siebte Kunst sich durch Schnitte definiert und davon gibt es außerhalb der Kapiteltafeln keine. Brüggemann hätte das Drehbuch lieber auf die Theaterbühnen bringen sollen, da wäre es besser aufgehoben. Ein Fehlschlag ist "Kreuzweg" dennoch keineswegs.

Fazit: 55 %

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