8. November 2014

Landauer - Der Präsident

© Weltkino

Regie: Hans Steinbichler
Land / Jahr: Deutschland 2014












Der Zweite Weltkrieg ist vorbei und der jüdische Vereinsmanager Kurt Landauer (Josef Bierbichler) will über München in die USA auswandern. Doch dem ehemaligen Meisterpräsidenten des FC Bayern München von 1932 wird das Angebot unterbreitet, wieder die Regie bei dem Fußballverein zu übernehmen. Keine leichte Aufgabe, stehen die Fußballvereine in Deutschland doch ohne Lizenz da, zudem ist der FC Bayern pleite.

Antike Computereffekte
Mit Landauer erstand der erfolgreichste deutsche Fußballverein aller Zeiten auf aus Ruinen. Hans Steinbichlers Film zeichnet genau diese Phase der Bayern-Renaissance nach und ehrt dabei einen Mann, der sogar bei den meisten Sportfans in Vergessenheit geraten ist. Verkörpert wird Kurt Landauer von dem wunderbar abgeklärten Josef Bierbichler.
Dass die Produktion ihren Ansprüchen allerdings kaum gerecht wird, bemerkt man an einer Vielzahl von Szenen. Die Momente in denen Bierbichler in Schwarz-Weiß-Aufnahmen von dem zerstörten München geschnitten wird, wirken billig. Immer wenn die Kamera etwas Aufgregendes zeigen könnte, werden diese Erwartungen nicht erfüllt, denn dafür war offensichtlich kein Geld da. Und wenn der Film mal ein bisschen mutiger wird, wie bei den Spielszenen gegen 1860 München vor vollen Rängen und vor dem zerstörten München, dann kommen CGI wie vor zehn Jahren zum Vorschein.

Viele Fragen bleiben offen
Spielszenen sollte man allerdings nicht zu viele erwarten und dann die Hoffnungen sogar noch zurückschrauben. Denn außer ein paar lahmen Trainingsmomenten, ein Testspiel in den Alpen und das Spiel gegen den Stadtrivalen gibt es in diesem Fußball-Biopic keine Fußballmomente zu bewundern. Selbst die genannten sind nur sehr kurz.
In vielen Momenten bleibt "Landauer - Der Präsident" arg oberflächlich, bis auf Landauer selbst kommen einfach alle Figuren zu kurz. Der Film ist viel zu sehr darum bemüht optisch imposant zu sein und scheitert genau daran, weil keine aufwändige Szene beeindrucken kann. Zu oft wird klar, dass dem Film das Geld gefehlt hat. Und auch die Fußball-Sequenzen kommen einfach zu viel kurz in dieser Biographie.

Fazit: 45 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen