20. November 2014

Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis

© Concorde

Regie: Dan Gilroy
Land / Jahr: USA












Der Einzelgänger Louis Bloom (Jake Gyllenhaal) ist verzweifelt auf der Suche nach einem Job, als er eines Nachts einen Blaulichtreporter bei der Arbeit beobachtet. Mit einer Kamera ausgestattet und einem Ohr stets am Polizeifunk macht sich Louis auf die Jagd nach möglichst blutrünstigen Geschichten, um diese der TV-Quoten-Null Nina Romina (Rene Russo) zu verkaufen.
Regie-Debütant Dan Gilroy lässt einen soziopathischen Jake Gyllenhaal los auf die Straßen Los Angeles, der vor nichts zurückschreckt, um ein paar gute Bilder einzufangen. Dabei ist es nahezu nie körperliche Gewalt, die der Versager Louis Bloom ausübt. Er ist ein echter Psycho-Terrorist, der seine Mitmenschen mit Worten und Bildern knechtet.
Louis ist ein Egomane sondergleichen. Er klaut Metall, das er für ein paar Dollar verkauft und richtet der Gesellschaft dabei einen immens hohen finanziellen Schaden an. Seinen Assistenten Rick (Riz Ahmed) beutet er für ein paar Dollar jede Nacht aus und behandelt ihn dabei stets von oben herab. Louis hat keine Freunde. Louis will keine Freunde. Louis hasst seine Mitmenschen.
Gilroy will überhaupt nicht, dass der Zuschauer seinen Protagonisten mag. Er entblößt ihn vor dem Publikum und lässt ihn seine animalischen Triebe nach Geld, Erfolg und Anerkennung verfolgen. Louis Waffe ist die Kamera - ebenso wie die Gilroys.
Langsam entwickelt der Filmemacher seine Geschichte. Dafür reichert er sie mit vielen Details an, baut eine Spannungskurve auf, die nicht wegschauen lässt. Es macht sich schon nach wenigen Minuten das Gefühl breit, der Neuling auf dem Regiestuhl hätte nie etwas anderes gemacht.
Getragen von einem grandiosen Schauspiel Gyllenhaals ist "Nightcrawler - Jede Nacht hat ihren Preis" ein intelligenter Thriller, der fesselt. Von der düsteren Atmosphäre her, erinnert der Film an berüchtigte Großstadt-Slasher wie William Lustigs "Maniac". Am Ende steht die Frage im Raum, wer die größere Bestie ist: Der Dealer oder der Konsument.

Fazit: 80 %

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