17. Dezember 2014

Equalizer, The

© Sony

Regie: Antoine Fuqua
Land / Jahr: USA 2014











Als die minderjährige Prostituierte Teri (Chloe Grace Moretz) übel zugerichtet wird startet der Baumarkt-Angestellte Robert McCall (Denzel Washington) einen gnadenlosen Feldzug gegen die russischen Verbrecher, die sie auf den Strich geschickt haben.
Es war einst der Schiffs-Koch Casey Ryback (Steven Seagal), der die terroristische Übernahme eines Schlachtschiffes eigenhändig und mit viel Einsatz seiner Fäuste beendete. Der Film hieß "Alarmstufe: Rot", die Zuschauer liebten es, wenn der Koch, der eigentlich ein Super-S.E.A.L. war, alle mit seinen Fähigkeiten überraschte - die Figuren im Film genauso wie die Zuschauer vor der Leinwand.
Diesem Modell nimmt sich auch Antoine Fuqua mit seinem Rachefeldzug "The Equalizer" an, dessen etwas cleverer Robert McCall mehrere Impulse braucht, um endlich aus dem Baumarkt-Mitarbeiter auszubrechen und zu seiner wahren Bestimmung zurückzufinden. Einmal ordentlich provoziert, brechen alle Dämme.
Und dann langt der wie gewohnt sehr souveräne Denzel Washington erstaunlich ordentlich zu. Allein die erste kurze Actionsequenz hätte noch vor ein paar Jahren für eine Erwachsenenfreigabe in Deutschland gereicht - den Briten war das ganze zu hart, sie ließen den Film an zwei Stellen kürzen. Dabei bedient er sich ungewohnt selten einer Pistole, schließlich ist er ja der Handwerker-Killer.
Die bösen Russen - man stelle sich den Aufschrei vor, in einem deutschen Film würde eine Nation derart zum Bösen stilisiert, wie es bei den Amis Gang und Gebe ist - bearbeitet Denzel stilecht mit Hammer und Sichel. Bei der langen Abrechnung im Baumarkt greift er beherzt für jeden kommenden Bösewicht aufs Neue ins Regal und sucht ein anderes hartes oder spitzes Teil aus.
"The Equalizer" hat nicht viele Actionszenen, gönnt sich in seinen 132 Minuten Spielzeit jede Menge Ruhepausen und der Ex-S.E.A.L. versucht es tatsächlich ganz oft mit Worten. Doch es ist nach wenigen Minuten abzusehen wo der Film hin will und wie er enden wird. Überraschungen gibt es wenige, die Logik muss sich dennoch oft der Dramatik beugen. Schon früh treffen Robert und der Super-Killer aufeinander, die eigentlich beide nicht lange fackeln, sich dann aber noch anderthalb Stunden Zeit geben. Wirkt ein bisschen wie der düsterere "A History of Violence", kommt aber nich an Cronenbergs Familienvater-Killer heran.

Fazit: 60 %

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