3. Dezember 2014

Kings of Summer

© Arthaus

Regie: Jordan Vogt-Roberts
Land / Jahr: USA 2013












Ständig streitet Joe (Nick Robinson) mit seinem Vater. Jeden Tag wird Patrick (Gabriel Basso) von seinen Eltern bevormundet – und Biaggio (Moises Arias) hat eh nichts besseres zu tun. Gemeinsam entschließen sich die drei Jungs einen Sommer lang dem Alltag zu entfliehen und in einem selbstgebauten Haus im Wald zu leben.
Abenteuerfilme mit Jugendlichen gibt es viele, meistens sind sie dümmlicher Natur. "Kings of Summer" ist da anders. Das Werk von Regisseur Jordan Vogt-Roberts erinnert an die positiven Ausreißer dieses Subgenres wie den überzeugenden "Ganz weit hinten" oder den Klassiker "Stand by me – Das Geheimnis eines Sommers" nach einer Geschichte von Stephen King.
Frank (Nick Offerman) ist nicht der typische nervige Vater. Er ist ein strenger, kaltherziger Arsch, der seinem Sohn beim Monopolyspielen die besten Straßen wegschnappt. Joe rächt sich dafür, indem er seinen Erzeuger aus heiterem Himmel bei der Polizei anzeigt. Es gibt einfach viele tolle "Kampfszenen" zwischen Vater und Sohn wie diese in "Kings of Summer" und viele davon sind richtig lustig.
Am abgedrehtesten ist aber definitiv Biaggio, der eine Art Mafiasohn spielt - was aber nur angedeutet wird. Ansonsten weiß er nicht was "schwul" bedeutet, hängt sich zum Tarnen an einen Baum und ist auch ansonsten voller Rätsel. Allein dieser irre Blick.
Es passiert viel Verrücktes in "Kings of Summer", einem  Jugendfilm, der mit guten Ideen überschüttet wurde. Aber das Schöne ist: Es bleibt trotz allem stets in den Grenzen des Logischen. . . Was man dem Film jedoch nur schwer abnimmt: Selbst die klapprige Waldhütte ist noch zu gelungen für jugendliche Verhältnisse. Und auch die Tatsache, dass die Polizei sie nicht findet und ihre schlampig versteckten Spuren nicht verfolgen kann ist wenig überzeugend.
"Kings of Summer" ist ein positiver und witziger Ausflug in den Wald gleich um die Ecke. Die Figuren gefallen alleine schon, weil sie anders sind. Dass alles in einem wenig spektakulären Finale mündet und besonders der ziemlich klischeehafte Umgang mit dem Thema Liebe, gefällt nicht so ganz. Muss denn immer ein Mädchen die Ursache aller Probleme sein?

Fazit: 75 %

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