21. Dezember 2014

Magic in the Moonlight

© Warner

Regie: Woody Allen
Land / Jahr:USA, Großbritannien 2014












Ende der 1920er übernimmt der Zauberer Wei Ling Soo, weniger gut bekannt als Stanley (Colin Firth), den Auftrag eines Freundes die junge Mentalistin Sophie (Emma Stone) zu enttarnen. Siegesgewiss geht er an seine Mission heran, bis Sophie ihn immer mehr von ihren übersinnlichen Fähigkeiten überzeugt.
Woody Allens Vorgänger-Film "Blue Jasmine" hat trotz seiner leichtfüßigen Inszenierung und vieler liebevoller Gags jede Menge Biss und bietet zahlreiche Spitzen gegen diverse Gesellschaftsschichten. Allens Ausflug in die Provence der 1920er wirkt dabei eher wie ein Urlaub. "Magic in the Moonlight" ist zwar ebenso atmosphärisch, lässt aber Kritik nahezu gänzlich außen vor.
Einzige Höhepunkte diesbezüglich sind Stanleys nihilistische Einstellung gegenüber echter Magie und Religion. Er ist ein klassischer Ungläubiger und seine negative Ausrichtung nimmt ihm den Spaß am Leben - bis eben jenes junge Mädchen in sein Leben tritt und es gehörig durcheinander bringt. Doch jenes junge Mädchen ist 28 Jahre jünger als Colin Firth, was die Sache schwierig macht.
... Und nur eine Analyse zulässt: Der ungläubige Zyniker mit dem Hang zu sehr jungen Damen ist Allen selbst. Während es für den Zuschauer befremdlich ist einen 54-jährigen gestandenen Mann zu sehen, der einer 26-Jährigen hinterher jagt, ist es für Allen nichts Ungewöhnliches. Schließlich ist die Ehefrau des Autorenfilmers ganze 35 Jahre jünger als er. Stanley ist ein erfolgreicher Künstler, der trotzdem keinen Spaß am Leben findet, weil er einfach an nichts glauben kann - Eben dies sagt man auch seinem geistigen Vater Woody Allen nach.
Abseits der gelegentlichen Scharfzüngigkeiten Stanleys ist "Magic in the Moonlight" allerdings mehr als seicht geraten. Ein charmanter Wohlfühlfilm, der lediglich ordentlich geschauspielert ist, mit einer wunderbaren, weil schlichten Auflösung. "Magic in the Moonlight" ist das für "Blue Jasmine", was "To Rome with Love" für "Midnight in Paris" war. Mit Sicherheit ist dies keiner der besten Filme des Regie-Genies Woody Allen.

Fazit: 65 %

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