14. Dezember 2014

Metalhead

© Meteor Film

Regie: Ragnar Bragason
Land / Jahr: Island 2013












Hera (Thorbjörg Helga Thorgilsdóttir) muss mitansehen wie ihr älterer Bruder bei einem Unfall ums Leben kommt. Daraufhin fegt sie ihren Kleiderschrank leer und trägt die Metal-T-Shirts ihres Bruder, hört dessen geliebte Musik und ist auch ansonsten kaum umgänglich - Ein großes Problem für die Landbevölkerung jenseits der isländischen Hauptstadt Reykjavik.
Nach dem ziemlich blutigen Unfall des älteren Bruders rebelliert die kleine Hera gegen die Gesellschaft, auch als Erwachsene macht sie ihren Eltern das Leben schwer. Sie ist zu nichts zu gebrauchen, lungert faul rum. Das erstaunliche an diesem Film ist, dass er nicht von der Metal-Szene erzählt, sondern von einer einzigen Person. Denn Hera hat keine musikalischen Genossen und auch ansonsten ist ihr kaum jemand freundlich gesonnen.
Musikalisch präsentieren sich Größen der Metal-Szene auf dem Soundtrack mit Judas Priest, Megadeth, Riot und Savatage. Das ist allerdings auch die einzige Verbindung zur Szene. Und das wertet "Metalhead" ab. Denn es spielt prinzipiell keine Rolle ob Hera Heavy Metal, Grunge oder Punk hört. Es musste einfach nur eine Musikrichtung sein, die sich gegen das Establishment auflehnt. Hera beschäftigt sich auch nicht wirklich mit der Philosophie des Heavy Metal.
Womit sie sich allerdings beschäftigt, ist unangenehm aufzufallen im Dörfchen. Sie streitet mit ihren Eltern, raucht in der Kirche und legt sich mit anderen Menschen an. Dabei ist es nicht so, als hätte sie einen Grund dazu, denn alle anderen verhalten sich relativ "normal". Hera ist eine klare Außenseiterin, die es aber in jedem Moment darauf anlegt.
"Metalhead" ist ein melancholischer kleiner Film über das Thema Verlustbewältigung, der eigentlich so auch nur aus Skandinavien kommen kann. Wer sich aber ein wenig mehr erhofft, als nur ein paar kleine Machtkämpfe zwischen Hera und ihren Mitmenschen, der wird enttäuscht. Abseits der menschlichen Aspekte bewegt sich "Metalhead" auf inhaltlich dünnem Eis. Absehbar und klischeehaft ist er aber nicht. Fime mit dieser Thematik sind allerdings selten. "Hesher - Der Rebell" aus dem Jahr 2010 zeigt Joseph Gordon-Levitt als urbanen US-Metaller, der ebenso wie Hera nicht viel mit seinem Leben anzufangen weiß. Vielleicht macht ihr Seltenheitsgrad diese Filme schon sehenswert. . .

Fazit: 60 %

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