13. Dezember 2014

Schöne und das Biest, Die

© Concorde

Regie: Christophe Gans
Land / Jahr: Frankreich, Deutschland 2014












Anfang des 19. Jahrhunderts lebt ein einst wohlhabender Kaufmann (André Dussollier) mit seinen Kindern auf dem Lande. Als er eines Tages eine verfallene, aber dennoch prunkvolle Burg findet, hofft er auf neuen Reichtum. Doch er hat seine Rechnung ohne die Bestie (Vincent Cassel) in der Burg gemacht, die für den Diebstahl einer Rose verlangt, dass des Kaufmanns Tochter Belle (Léa Seydoux) von nun an bei ihr wohnt.
Angepasst an heutige Standards liefert Christophe Gans eine neue Version der klassischen Märchengeschichte. Vor acht Jahren machte Gans noch die recht atmosphärische Videospiel-Adaption "Silent Hill", jetzt wird der französische Filmemacher mit einem für europäische Verhältnisse gigantischem Budget von 33 Millionen Dollar ausgestattet. Seine Hauptrollen lässt er von dem hollywooderfahrenen Vincent Cassel und der Gaumont-Großnichte Léa Seydoux spielen. Da kann ja eigentlich nicht viel falsch laufen.
Doch Gans versteht es nicht mit dem Budget umzugehen und überfrachtet seine nette, aber aufgeblasene Adaption mit überflüssigen Spezial Effekten. Besonders die unnötigen Szenen mit den Riesen gegen Ende des Filmes wirken erzwungen und lediglich auf ihre opulenten Schauwerte reduziert. So etwas hätte die schöne Geschichte einfach nicht gebraucht.
Auch seine Stars gefallen nicht wirklich. Vincent Cassel ist ein blasses Biest. Nur zu selten blitzt sein schauspielerisches Können auf. Léa Seydoux wirkt sogar deplaziert, passt doch die Rolle der gebildeten Lesbe wie in "Blau ist eine warme Farbe" besser zu ihr, als das hübsche Blondchen. Es wird deutlich: Hier wurde nur nach Name gecastet.
Diese Neuverfilmung von "Die Schöne und das Biest" ist für ältere Kinder zwar ein kitschig-unterhaltsamer Fantasy-Film, doch hat diese Neuauflage im Stil eines US-Remakes keine Existenzberechtigung. Der Klassiker "Es war einmal" von 1946 von Jean Cocteau ist eine nie erreichte geniale Realfilmversion der Geschichte, die Disney-Version von 1991 ist ebenfalls derart gut, dass es keinem neuen Film bedarf.

Fazit: 55 %

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen