29. Januar 2015

Biutiful

© Prokino

Regie: Alejandro González Iñárritu
Land / Jahr: Mexiko, Spanien 2010












Uxbal (Javier Bardem) hat eine ungewöhnliche Fähigkeit: Er kann tote Menschen sehen und mit ihnen kommunizieren - was ihm ein bisschen Geld einbringt. Wovon er jedoch weder seiner Frau noch den beiden Kindern davon erzählt hat: Er ist unheilbar krank und hat nicht mehr lange zu leben.
"Biutiful" ist ein sehr ungewöhnliches Werk, das fällt schon bei dem Blick auf den Regisseur auf: Alejandro González Iñárritu konnte mit Filmen wie "Babel", "Amores perros", "21 Gramm" oder dem mehrfachen Oscar-Film "Birdman" viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. "Biutiful" ist im Vergleich mit dessen anderen Werken sogar der düsterste und depressivste Film.
Besonders interessant ist dabei die Komplexität der Geschichte. Wie im richtigen Leben kann in "Biutiful" eigentlich alles zu jeder Zeit passieren, was die obskure Mischung aus Drama mit Elementen aus Thriller, Horror und Fantasy zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar macht. Trotz der vielen inhaltlichen Überraschungen und dem übersinnlichen Touch bleibt der Film sehr menschlich und verliert niiemals seine Glaubwürdigkeit.
Was dieser stellenweise wirklich geniale Trip aber eigentlich nicht gebraucht hätte sind die surrealen Aspekte. Einerseits haben nur knapp 20 Minuten des fast zweieinhalb Stunden langen Filme diese Elemente, andererseits ist die Geschichte auch so schon interessant genug und würde bestens ohne sie funktionieren.
Hauptdarsteller Javier Bardem ist in "Biutiful" wirklich herausragend, vielleicht sogar noch besser als in "No Country for Old Men", für den er mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Er spielt einen einfachen Mann mit übermenschlichen Fähigkeiten, der anderen Menschen helfen will und dabei zugrunde geht. Uxbal ist eine tieftraurige Figur, ein im wahrsten Sinne in sich verrottendes Individuum.
Es ist nicht überraschend, dass Iñárritus "Biutiful" in einigen Momenten wirklich fantastisch ist. Originalität gehört zu den Stilelementen des Regisseurs. Seine Bilder sind frisch, die Geschichte packend und toll geschrieben und Javier Bardem liefert eine makellose Darbietung ab. "Biutiful" ist eine Ode an den Verfall der Familie, des Lebens und der Gerechtigkeit.
Fazit: 85 %

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