28. Januar 2015

Devil's Knot

©Senator

Regie: Atom Egoyan
Land / Jahr: USA 2013












1993: In dem kleinen Städtchen West Memphis, Arkansas, kommen drei achtjährige Jungs nicht mehr vom Spielen im Wald nach Hause. Als die Leichen der Kinder gefunden werden, wird eine satanische Opferung durch drei Teenager vermutet. Privatermittler Ron Lax (Colin Firth) will die drei Inhaftierten vor der Todeszelle bewahren.
Mit dem Tod von 14 Kindern und den Nachbeben in einer kanadischen Kleinstadt in dem Film "Das süße Jenseits" erlangte Regisseur Atom Egoyan internationale Bekanntheit, schließlich wurde er gleich für zwei Oscars (Regie und Drehbuch) nominiert. Mit "Devil's Knot – Im Schatten der Wahrheit" nimmt sich Egoyan wieder dem Tod von Kindern in einer Kleinstadt an, diesmal erzählt er die wahre Geschichte der "West Memphis Three" nach.
Die Story ist heikel, denn Egoyan bezieht die Position, dass sich das Urteil um die satanischen Kinder-Morde um einen Justizirrtum handele. Egoyan überlasst es nicht dem Zuschauer ein Urteil zu fällen, sondern gibt die Marschroute deutlich vor. Für einen Irrtum gibt es zwar einige Anzeichen, bewiesen ist jedoch nichts.
Dennoch lässt Egoyan Oscarpreisträger Colin Firth als Verteidiger der Rechte der drei mutmaßlichen Teenager wie eine Art geläuterter Retter erscheinen. Denn niemand wird gern gesehen, der sich auf die Seite von Killern stellt. Vor allem Reese Witherspoons Figur Pam Hobbs, die Mutter eines der Jungen, hält nichts von dem Ermittler.
Augenscheinlich stark besetzt können weder Firth noch Witherspoon überzeugen. Besonders Witherspoon, die für "Walk the Line" mit einem Goldjungen ausgezeichnet wurde, bleibt als leidende Mutter sehr blass, hat nur ganz wenige gute Szenen.
Wenn ein auf wahren Begebenheiten beruhender Film wie "Devil's Knot" trotz eines mehrfach ausgezeichneten Regisseurs und einer eindrucksvollen Cast kaum Aufmerksamkeit bekommt, dann ist das nie ein gutes Zeichen. Egoyan bleibt mit seinem durchaus interessanten Film zu oft an der Oberfläche. Es gibt kaum spannende Momente. Egoyan beschränkt sich darauf, alles was zu dem Fall schon bekannt ist zu zeigen und bezieht leider zu eindeutig eine radikale Position. Wer die Geschehnisse vom Sommer 1993 und ihren Ausgang nicht kennt, der bekommt einen nettes Drama geboten. Für Thriller-Freunde passiert einfach zu wenig. Hier wäre wesentlich mehr drin gewesen.

Fazit: 60 %

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